Kategorie: als Fotograf durchstarten

Selbstständig als Fotograf

Hier findest Du Tipps und Tricks um mit Deinen eigenen Fotos Geld zu verdienen, wie Du Fotoaufträge bekommst, ob sich eine Ausbildung zum Fotografen lohnt und vieles mehr.

Wasserzeichen auf Fotos oder nicht?

Fotografieren kann so schön sein, ein Bild geknipst und jetzt kommt es darauf an es möglichst vielen Menschen im Internet zu zeigen. Stellt sich nur die Frage: Wasserzeichen oder nicht? Diese Gedanken gingen mir seit längerer Zeit durch den Kopf, da es tumblr, flickr oder fffffound so wunderbar einfach macht Bilder zu teilen. Es geht hier ja schließlich nicht nur um das Copyright, denn wer hat schon soviel langeweile und durchsucht das Netz permanent? Ich zumindest nicht. Als Fotograf sollte man aber immer sicher gehen, dass Menschen die Chance haben rauszufinden, von wem das Foto aufgenommen wurde. Exif Daten sind ein Weg, diese können aber durchs löschen oder speichern verloren gehen, oder noch schlimmer, werden gar nicht erst gesehen.

Meine Fotos werden zwecks einfacher Kontaktaufnahme, sobald sie im Internet veröffentlicht werden, mit meinem Namen und einer Emailadresse (oder Website url) versehen. Einfach, schnell, und möglichst nicht zu riesig. Das Bild soll noch atmen können. Digitale Medien lassen sich schnell verbreiten und ich hasse es, wenn jemand sich so wichtig nimmt und ein fettes Wasserzeichen über die Bildmitte donnert. Künstler signieren ihre Fotos auch auf der Frontseite, und für Drucke/Kunden ist es ein leichtes kein Wasserzeichen draufzumachen. Meine Bilder sind nicht gemeinfrei, und wenn Unternehmen sie nutzen ohne dafür zu zahlen werde ich sauer, ändert aber nix daran, dass Fotos gezeigt werden. Von Kiddies, Geeks und Leuten die unser Zeug geil finden. Überall, ohne Namen, URL oder was auch immer, auf gut Glück, in der Hoffnung nicht verklagt zu werden und anonym zu bleiben. Gebt dem Betrachter die Chance Euch zu finden, vllt. kommt so der Kunde auf den Ihr schon lange gewartet habt.

Wie präsentiert ihr Eure Bilder? Blank oder mit Signatur?

Webseiten für Fotografen

Webseiten für Fotografen

Fotografen sind gut beraten ihr Portfolio Online zu stellen um neue Kunden zu gewinnen und eine Fan-Basis aufzubauen. Lernen Sie in diese kleinen Serie ihre Bilder erfolgreich im Internet präsentieren. Die erste Frage die sich stellt ist: Was ist eine gute Software um ihr Portfolio ins Netz zu bringen? Denn dies bestimmt die weiteren Handlungsmöglichkeiten. “Eine einfache html-Seite, eine Flash-Seite (bitte bitte nein), etwas modernes in html5 oder doch lieber eine Datenbank mit Blog Oberfläche für viele Inhalte die leicht zu pflegen sind?” Gar nicht so einfach zu beantworten, denn wer die Wahl hat, hat die Qual:

html Webseite für Fotografen

Eine statische html-Seite verursacht nicht unbedingt “weniger Webtraffic” (kommt ganz auf die Bilder an), ist aber in den meisten Fällen wesentlich schneller, da keine Datenbanken abgefragt werden muss und der Code auf ein Minimum reduziert werden kann, der größte Teil des Traffics wird durch ihre Bilder verursacht und um die geht es letztendlich. Moderne Designs sind von guten Entwicklern relativ zügig aufgebaut und haben ein gutes Preis-Leistungsverhätlnis. Für die Pflege musst Du entweder selbst Ahnung von dem Code haben (und sei es durch eine Schulung/Anleitung des Entwicklers) oder Du lässt es für Dich machen.

Die schnellere Abwicklung des Datentransfers ohne den Umweg über eine Datenbank führt zu einer schnelleren Geschwindigkeit mit der die Seite geladen wird. Jetzt denkst Du vielleicht: “Toll, ich wollte noch nie auf Webseiten warten.” STOP! Es gibt viele gute Gründe warum einfache html Seiten immer seltener werden. Man muss ein Grundverständnis für html haben, jemanden finden der einem die Seite programmiert (oder es im Selbstversuch lernen) und es ist noch dazu umständlicher die Seiten zu aktualisieren. html Code muss erst mit einem Programm auf ihrem Computer erstellt werden und anschließend mit einem FTP Programm in das Internet auf ihren Webserver geschoben werden. Solch eine Seite ist ein guter Start wenn man nur ein kleines Portfolio hat und dies schnell und ohne Umschweife ins Web bringen möchte, erfordert aber trotz allem gute Kenntnisse und Fähigkeiten um sie visuell ansprechend zu gestalten.

flash Webseite als Foto-Portfolio

Eine Flash-Seite ist der Traum von vielen professionellen Fotografen, aber wir haben 2018 und flash ist inzwischen fast tot. Viele BRowser blocken es, Apple boykottiert es – und in der Suchmaschinenoptimierung hat es nichts zu suchen. Wie bei so vielen Dingen, die eigentlich nicht gut sind… es wird trotzdem noch benutzt. Der aktuelle Standard ist html5, kann auch für Animationen benutzt werden.

Viele Fotografen denken anscheinend immer noch, dass Ihre Bilder besser gegen Bilddiebe geschützt sind und solch eine animierte Seite einen sehr schönen Blickfang darstellen kann. Sei nicht einer von Ihnen! Letztendlich hat Flash viele Nachteile, denn es wird schlechter von Suchmaschinen gefunden, nicht von jedem Benutzer gesehen, hat höhere Ladezeiten und verursacht einen relativ hohen Traffic. Seit 2015 wir flash sogar wegen seinen “Sicherheitslücken” z.B. von Google Chrome nicht mehr automatisch abgespielt.

Letztendlich waren diese Art der Webseite nur Spielerei (und Geldmacherei von Agenturen) die aber keinen Vorteil für einen Fotografen bringt, außer das sie teurer in der Produktion war. Eine weitere Schwäche ist, dass auch diese Seiten wie html Seiten umständlicher zu aktualisieren sind. Wir hier sind keine großen Fans von Flash, denn Texte und Bilder gehen einfach einen längeren Weg, der in vielen Situationen einfacher zu konsumieren ist. Flash kann ein WOOOWW!!-Faktor sein, aber auch gleichzeitig die künstlerischen Arbeiten in den Hintergrund stellen. Man sollte sich Fragen ob Webdesign oder Bilder verkauft werden und dann den Schwerpunkt setzen.

WordPress für Fotografen

WordPress ist ein Content Managment System (CMS), dieses besteht aus einer Datenbank. Die ist ein Ablagesysteme, welches es dem Autoren erleichtert seine Webseite zu organisieren, denn das wird automatisch gemacht. Es gibt unterschiedliche CMS wie WordPress, Blogger, Drupal oder Typo3 die auf der Programmiersprache php basieren. Und bestimmt auch noch ein paar Alternativen.

WordPress mag ich gerne. Es ist leicht zu lernen, benutzerfreundlich, wird heufig geupdated und es gibt massig Templates und Plugins um Deine Seite so zu gestalten wie Du es Dir wünscht! Noch dazu ist WordPress kostenlos zu nutzen und ermöglicht es Dir als Fotografen, nach einer kurzen Einarbeitungszeit Deine Werke und Gedanken mit anderen zu teilen.

Es ist vorallem auch für Menschen interessant, die sich selbst als Anweder sehen und keine Lust haben jedes technische Detail zu erlernen. Die Geschwindigkeit, vorallem bei deutschen Hostern, war oft langsamer als die von normalen html Seiten und Du solltest Dir gut überlegen welchen Anbieter Du für Deine Webseite aussuchst. Empfehlen kann ich all-inkl (Achtung AFFILIATELINK, wenn Du keinen Bock hast diese Seite zu unterstützen, suchs einfach bei Google, sonst kriege ich ne Provision falls Du da was buchst.) Diese Seiten laufen bei all-inkl und ich bin sehr zufrieden. Faire Preise [z.B. 10 Domains 10€ im Monat], schnelle Server, Kundendienst freundlich. Was gibts noch? Strato wird immer teurer – und war noch nie das gelbe vom Ei mit der Leistung, habe aber auch bei denen ein paar Domains/Seiten. Hosteurope und alle anderen deutschen Hoster habe ich bisher nicht wirklich getestet.

Fazit

Egal was Du machst, nimm KEINEN HOMEPAGEBAUKASTEN! Die Dinger sind die Hölle – und weniger professionell ist nicht wirklich möglich. Unser Favorit ist ganz klar WordPress mit seinen Features und schier unendlichem Vorrat an individuellen Oberflächen, die leicht verändert werden können. Je nach Zielgruppe reicht Dir vielleicht auch eine Webvisitenkarte + facebook-Seote. So kannst Du schnell in den Aufbau eines Portfolios einsteigen ohne zuviel Zeit auf die technischen Aspekte Deiner Webseite zu verschwenden. Wichtig ist, wenn Du Dich für ein System entscheidest, dass Du regelmäßig Updates machst, ein sicheres Passwort benutzt und Deinem Benutzer einen kreativen Login Namen gibst und keine Plugins mit Sicherheitslücken installierst, denn die Angriffe auf z.B. WordPress lassen nicht ab – gerade wenn Du keinen Plan davon hast, such Dir jemanden der sich da alle paar Monate für 1-2 Stunden drum kümmert. Du kannst uns auch gerne eine Nachricht schicken und wir bringen Dich in Kontakt mit jemandem, der Dir dabei helfen kann.

Diese Seite basiert auf WordPress und wird mit einem Premium Theme von Themeforest (nochmal nen Werbelink, das gleiche wie vorhin gilt hier) betrieben. Diese günstigen Themes haben mehr Einstellungsmöglichkeiten als kostenlose und bieten komfortable Wege die Darstellung der Webseite seinen Bedürfnissen anzupassen. Inzwischen haben wir ein anderes Template, aber Themeforest ist ein guter Start für Deine erste Suche.

Beispiele für gute Fotoportfolios

Ein Blog ist ein einfacher Start sein Portfolio ins Web zu bringen. Man kann die Benutzeroberfläche auf freien Seiten wie wordpress.com testen und sich dann für eine Benutzeroberfläche entscheiden. Wobei WordPress die Software mit der größten Community ist, die noch dazu viele kostenlose Plugins bietet, die eine Seitengestaltung erleichtern. Es lebe die freie Software!

Und hier noch ein paar Fotografen, die ihr Portfolio perfekt nutzen und mit ihren Arbeiten überzeugen, Kunden gewinnen und Fans erobern.

Fotos ohne Unterschrift sind Wertlos

Ein Foto sollte eine Unterschrift haben, zumindest wenn es um künstlerische Fotografie geht. Kunst zieht den ideellen Mehrwert aus dem Umstand, dass es um Originale geht, die von einem Künstler geschaffen und signiert werden. Ohne den Faktor “Original” ist ein Bild nicht mehr Wert, als es in der Produktion kostet. Zumindest für einen Sammler/privaten Kunst Käufer. Die Nutzung von Bildern für kommerzielle Zwecke steht auf einem anderen Blatt. Siehe hierzu auch “Was ist Kunst?“.

Gerade aus diesem Grund sind Online-Shop-Galerien, was auch immer Systeme wie cafepress, mygal oder zazzle ziemlich witzlos für die Vermarktung von Fotokunst. Es fehlt das wichtigste Erkennungsmerkmal von einem Kunstwerk: Weder Handwerkszeug, noch Können, es kommt auf die Signatur an und eine begrenzte Auflage steigert den Wert nochmal (Faustregel: je weniger desto teurer).

Wertigkeiten von Kunstwerken:

Unikat > limitierte Edition > unlimitierte Auflage mit Unterschrift > Werk ohne Unterschrift

Kunstwerke bzw. ein Foto sind eine Wertanlage, nicht nur Objekte zum dekorieren. Es ist wesentlich leichter seine Fotos auf einem T-Shirt, Mousepad oder etwas anderem mit Nutzwert zu verkaufen, da es ein Konsumprodukt ist und selbst dann ist es für die meisten Fotografen immer noch schwer ihre Bilder zu verkaufen. Die Konkurrenz ist riesig und das eigene Werk geht ohne gutes Marketing unter. Sicher, wenn man nur eben schnell 1-2 Euro verdienen will und darauf hofft, dass Menschen die eigenen Fotos schön finden und deshalb an die Wände “pappen”, probiert eine Online Galerie! Sagt nicht ich hätte Euch nicht gewarnt: Die Wahrscheinlichkeit damit den Lebensunterhalt zu bestreiten ist verschwindend gering, aber versucht ruhig Euer Glück. Es ist immer wieder erstaunlich über wie wenig Einkommen man sich im Internet freuen kann, man sollte sich trotzdem ab und zu mal seinen Stundenlohn vor Augen führen.

Merke: Genau wie Kunstdrucke nie so wertvoll werden wie ein Originalgemälde, so werden auch einfache Abzüge nie den Preis einer limitierten Auflage mit Signatur erreichen.

Wie ermittelt man den Wert eines Fotos?

Der Wert eines Fotos ist eng verknüpft mit dem Bekanntheitsgrad des Fotografen. Wenn ein Künstler populärer wird und mehr Menschen bereit sind für ihn Geld auszugeben, steigt der Preis seiner Bilder. Ziemlich einfach. Wäre das alles nur einfach zu erreichen… es ist ein harter Weg, bei dem eine kleine Internetseite meist nicht reicht(eine große Seite vielleicht schon, vielleicht aber auch nicht ;)). Hier ein paar Stationen die den Wert eines Fotos exponentiell steigern können:

  • viele Ausstellungen (außerhalb von Anwalts- und Arztpraxen)
  • Buchveröffentlichungen (die auch gutes Geld bringen können)
  • ein Galerist (der erstmal die Hälfte einstreicht)
  • willige Sammler die Objekte kaufen wollen und präsentieren (es ist leichter jemanden etwas zu verkaufen der schonmal gekauft hat)
  • Dokumentationen/Reportagen/Nennungen in Medien (Kino > TV > große internationale Zeitungen / Internetseiten > überregionale Zeitung > Lokal TV > Internetseiten / Blogs > lokale Zeitungen)
  • die eigene Internetseite

Der klassische Weg zu Ruhm und Ehre ist: Zufällige Entdeckung.

Dieser klassische Weg entdeckt zu werden hat viele Nachteile, zum einen ist man auf die Gunst von wenigen mit viel Geld angewiesen. Nicht sehr Basisdemokratisch. Zum anderen wartet man auf eine Entdeckung, anstatt aktiv nach einem Durchbruch zu suchen. Alleine solch eine Haltung kann schon den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Heute ist es leichter einen gewissen Status durch Underground-Marketing (z.B. im Internet) zu erreichen, dass große Geld liegt allerdings noch immer außerhalb dieses Fischteichs(zumindest für Künstler) und wird durch andere Kanäle erreicht(Galerien, Auktionen, etc.). Somit ist das DIY(do it yourself) Maketing nicht zu verachten um sich einen gewissen Namen zu machen, sollte aber mit alten Methoden der Vermarktung verbunden werden um den maximalen Effekt zu erzielen.

Es gibt nur wenige Fotografen die wirklich als Künstler durchgehen, hier sind jetzt wohl Gursky oder Fotografen wie Hiroshi Sugimoto und Gregory Crewdson zu nennen, es gibt bestimmt noch andere erwähnenswerte. Gursky und Becher sind die Nachnamen für deutsche Fotokünstler, bekannt durch ihre Kunst und nichts anderes(außer wissenschaftlicher Lehre). Die meisten Fotografen verdienen ihr Geld mit Auftragsarbeiten und nicht mit ihrer Kunst. Es ist oft lukrativer als professioneller Fotograf Hochglanz-Bilder für die Werbung zu machen und danach Kunst zu produzieren (die Popularität ist dann schon vorhanden), als in der kleinen Nische der Kunstfotografie zu starten, da der Name fehlt.

Mach Dir einen Namen

Grundsätzlich sollte man es mit Bansky halten: “A lot of people never use their initiative because nobody told them to.” Man macht nichts weil niemand einen angestoßen hat und verfolgt alte Muster. Banksy ist ein Meister des Selbstmarketings, letztendlich kommt es nur darauf an genug Mut zu haben und sich einen Namen zu machen. Wenn dann auch noch die Kunst gut ist gibt es oft einen Markt außerhalb des Bildes: Vorträge, Bildbände, Ausstellungen, Auftragsarbeiten… der Weg zum Namen ist der Weg den ein Fotograf gehen muss. Wer mehr über die Macht des Marketings lernen will sollte jetzt ein Buch von Seth Godin* lesen, der Mann hat einfach eine Menge Ahnung wenn es um Werbung und Marketing für wenig Geld geht, oder Tim Ferriss, dessen Buch Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben* jeder gelesen haben sollte. Und wer zu faul ist ein ganzes Buch zu lesen, dem sei der Artikel 1000 true Fans Artikel von Kevin Kelly an die Hand gelegt, hier in der deutschen Übersetzung.

All diese Autoren geben Künstlern Werkzeuge ihre Popularität zu steigern und sich einen Namen zu machen. Das Internet eröffnet die Chance auf ein kostengünstiges Marketing, dass genau die Zielgruppe anspricht die ein Interesse hat, dadurch sollte der Mythos des hungernden Künstlers langsam aussterben. Kunst und Geld ist nicht ungleich Geld, man muss nur erst lernen was wahre Kunst ist und das fängt mit einer Unterschrift an.

Fotowettbewerbe Gewinnen

Kein Geld und trotzdem der Wunsch viel Werbung für Dich selbst zu machen? Den letzten Cent für die Kamera oder ein neues Objektiv ausgegeben? Nicht schlimm! Mach einfach erstmal Fotos!
Wie jetzt? Ja Fotos machen, nur weder für Dich selbst, noch für potenzielle Kunden, sondern für Wettbewerbe.
Und was soll mir das jetzt bringen?
Erfahrung! Aufmerksamkeit! Preisgeld! sind die magischen Schlagwörter. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Naja, geht so, nicht wirklich hoch, aber zumindest an Erfahrung kannst Du gewinnen 😉

Wie Du Fotowettbewerbe gewinnst?

Du schläfst mit der Jury hast Glück. Vielleicht auch Können, aber das Gewinnen an sich sollte erstmal hinten an stehen.

In unserem Leben gibt es eine Matrix aus Glück und Können. Ganz links auf der Skala ist die Glücksseite, z.B. mit Lotto oder Roulette. In der Mitte findest Du vielleicht Sport wie Fußball in dem sich Glück und Können die Klinke in die Hand geben. Auf der rechten Seite des Könnens steht das 1×1 oder Schach, also Dinge wo es nur auf “Können” ankommt. Fotowettbewerbe sind ziemlich weit links.

Es ist leichter ein ansprechendes Portfolio mit Wettbewerben, als z.B. durch Blumen oder Familienfotos aufzubauen. Nicht das etwas an diese Themen falsch wäre, aber sie sind leider nicht sehr professionell. Ihr wollt trotzdem wissen wie ihr den ersten Wettbewerb sofort gewinnt? Wahrscheinlich gar nicht, denn der einfachste Weg zum Sieg sind umwerfend gute Fotos und Ideen, solange man die nicht macht oder umsetzen kann hilft nur: üben, üben, üben! Sonst müsste man ja nicht an Wettbewerben teilnehmen und würde gleich Preise für sein Lebenswerk verliehen kriegen.
Anstatt also mal wieder “nur so” zu fotografieren, schnapp Dir die Kamera und such einen Wettbewerb aus, diese sind meist Themenbezogen und zwingen den Fotografen konzeptuelle Fotos zu erstellen.

10.000 Stunden Regel?

Wo wir gerade bei Konzepten waren, ich bin von verschiedenen überzeugt: Paretos Prinzip, das Parkinsonsche Gesetz, aber auch die 10.000 Stunden Regel von Malcom Gladwell. Diese Theorie besagt, dass jeder ca. 10.000 Stunden braucht um ein Großmeister bzw. Genie auf einem Fachgebiet zu werden. Dies sind gute 20 Stunden die Woche über 10 Jahre. Bei weniger hat man einfach noch nicht genug geübt. Mehr dazu findet man in Gladwells Buch Überflieger*. Also nicht unterkriegen lassen, falls man nicht sofort gewinnt. Einfach weiter üben und besser werden. Üben ist aber nicht gleich üben – und 10.000 Stunden sind nicht 10.000 Stunden. Lerne bessere Fotos zu machen.

Wie findet man Wettbewerbe?

Du brauchst keine Fotozeitung kaufen, um Wettbewerbe zu finden. Die Webseite Fotowettbewerbe ist nicht nur Suchmaschinentechnisch ganz weit vorne(Google Platz 1), sondern man findet auf ihr auch wirklich viele aktuelle Fotowettbewerbe, die noch dazu interessant sind. Also worauf wartest Du? Such Dir einen aus und schwing die Kamera!

Fotograf: Handwerker oder Künstler?

Handwerker oder Fotokünstler?

Fotografie ist eine kreative Tätigkeit, ähnlich der Arbeit eines bildenden Künstlers. Allerdings gibt es auch handwerkliche Aspekte, ähnlich der Arbeit eines Handwerkers. Für welchen Weg soll man sich nun entscheiden? Machen Fotografen Kunst? Was ist überhaupt Kunst? Ist Fotografieren nicht angewandte Kunst? Also nur ein Handwerk?

Was ist Kunst in unserer Zeit?

Kunst ist die Zukunft, Neues schaffen und ausgetretene Wege verlassen. Eine gute Beschreibung für die Aufgabe der Kunst ist folgender Satz: “Der Motor der Kunst ist die Innovation.” Nach dieser Definition fallen klassische Handwerksaufgaben der Fotografie weg, zumindest wenn man Kunst machen will.

Was ist Kunst nicht?

Fotografie ist keine Kunst, solange nichts Neues entsteht oder kein eigener Blick entwickelt wird, dann ist die Fotografie nur ein Handwerk. Etwas nützliches, das kaum künstlerischen Wert hat. Auch Kunsthandwerk ist in diesem Zusammenhang als uninteressant zu betrachten. Jeder kennt die kitschigen Urlaubsbilder, die sind aber leider keine Kunst.

Wie macht man Kunst?

Kunst entsteht durch einen Diskurs, also die Diskussion über Arbeiten von Menschen die etwas in der Kunstwelt zu sagen haben. Dies bedeutet: Kunst muss ausgestellt werden. Kunst muss gezeigt werden, über Kunst muss geredet werden. Je mehr Leute, die Ahnung haben, von etwas sprechen und darüber diskutieren, desto größer wird der Bekanntheitsgrad. Kunst ist ein gesellschaftliches Konstrukt, das durch Kunst auf der Straße momentan stark durchgeschüttelt wird. Kunst war immer ein sehr elitäres System, in dem Außenstehende nichts zu suchen hatten.

Warum macht man Kunst?

Wenn Kunst so eng klassifiziert ist, warum macht man sie dann überhaupt? Kunst entsteht um der Welt seinen eigenen Blickwinkel darzustellen. Man schafft Werke, über die geredet wird, die beeinflussen und sich nicht den neusten Trends unterwerfen. Dinge werden in Frage gestellt, der Betrachter wird dazu aufgefordert und herausgefordert Kunst zu diskutieren. Kunst muss nicht leicht zu verarbeiten oder schön sein, muss aber auch nicht schwer zu verstehen sein.

The moment you think you understand a great work of art, it’s dead for you. Oscar Wilde

In dem Moment, in dem du glaubst du würdest ein großes Kunstwerk verstehen, ist es für Dich tot. An diesem Satz ist sehr viel wahres und jeder, der künstlerisch tätig ist, sollte über ihn nachdenken. Was ist für Euch gute Kunst?

Kunst & Fotografien?

Für Fotografen gibt es unterschiedliche Wege, die ans Ziel führen. Sie können ein Handwerker sein, der Aufträge erledigt und seinen Lebensunterhalt damit verdient. Sie können ein Amateur sein, der für sich fotografiert und seine Fotos mit Bekannten teilt oder auf Flickr veröffentlicht. Als Fotograf kann man allerdings auch Kunst machen, eigene Werke, Ausstellungen, ein Portfolio, etc. Kunst bedeutet nicht, dass man damit zwangsläufig Geld verdient, aber es zeigt eine Einstellung. Man beschäftigt sich mit dem Thema, hat seinen eigenen Blick, reflektiert seine Werke, zeigt und stellt sie zur Diskussion. Kunst ist eine Einstellung. Oder man geht einfach raus mit seiner Kamera und macht Bilder. Bilder. Bilder. Letztendlich ist es nur eine Frage der Definition von Kunst und liegt im Auge des Betrachters. Aber Kunst ist heute halt mehr als nur ein Wort, es ist ein elitärer Teil der Gesellschaft in den man erst Zugang finden muss. Ein paar Fotos in einer Arztpraxis oder einem Café sind meist kein Schlüssel um diese Tür zu öffnen.