Kategorie: Fotografen

Catherine Hall über das erschaffen fotografischer Momente [video]

Google ist schon eine nette Firma, die Jungs haben soviel Geld, sie können sich einfach mal jeden Menschen einladen der ihnen einen Vortrag hält. Kostenpunkt egal. So lassen sie alle möglichen wichtigen Menschen bei sich sprechen. Von Ryan Reynolds, Malcom Gladwell, Lady Gaga, etc. Der Kanal lohnt sich auf jeden Fall.

Catherine Hall ist dabei wahrscheinlich noch verhältnismäßig günstig – schließlich ist sie nur Fotografin. Google hatte es sich vor einiger Zeit mal richtig gut gehen lassen und lauter Fotografen eingeladen um Vorträge zu halten – was uns zugute kommt, denn wir können die schönen Vorträge genießen und ein bisschen aus dem amerikanischen Markt lernen, der hier in Deutschland und Europa nie zu 100% übertragbar ist, aber eine Vorreiterfunktion hat.

Catherine Hall spricht in diesem Vortrag über das Erschaffen von fotografischen Momenten. Spannend. Es gibt viele gute Vorträge zur Fotografie, dem Leben als Fotograf und der Chance die sich dadurch ergibt. Wenn Du es noch nicht gemacht hast, der Vortrag von Joe McNalley lohnt sich, genau wie der von Ed Kashi über den Schmelztigel Marseille.

Gregory Crewdson

Gregory Crewdson

Gregory Crewdson

Gregory Crewdson (* 26. September 1962 in Brooklyn) ist einer meiner Lieblingsfotografen (wie z.B. auch Hiroshi Sugimoto). Seine Werke sind surreale Traumwelten, die den Moment der Zeit stillstehen lassen und Raum für eigene Interpretation lassen. Die Set-Ups sind der Wahnsinn und seine künstlerischen Werke verkaufen sich für viel Geld – was bei Produktionskosten von zum Teil mehreren 100.000$ – wahrscheinlich noch zu günstig ist. Die niedrigen Auflagen tun ihr übriges. Lustig ist, dass er als junger Mann mit der Punk-Rock-Gruppe The Speedies den Hit Let Me Take Your Photo machte. Einer der Gründe, warum Crewdson Fotograf wurde – und ein Song, der immer wieder von Firmen zur Werbung für Fotoprodukte verwendet wird. Er studierte bei Tod Papageorge.

Crewdson inszeniert seine Fotos mit einem Belichtungs- und Castingaufwand, der sonst nur für Hollywood-Filme betrieben wird – und noch mehr. Die Setdesigner berichten davon, dass ihm jedes Detail wichtig ist, da es nicht wie im Film viele Frames gibt, sondern nur den einen Frame, das Foto. Er arbeitet analog – allerdings werden die Bilder hinterher aus den besten Aufnahmen zusammengesetzt. Hier zählt das Motto weniger ist mehr.

Zurzeit lehrt er an der Yale School of Arts. Wegen des hohen Inszenierungsaufwandes besteht sein Werk nur aus einer relativ geringen Anzahl von Fotografien. Einen schönen Überblick gibt dieses Buch [Amazon Link] über sein Schaffen – leider sind die Werke aber verglichen mit den Drucken im Fotobuch sehr klein, was etwas von der beeindruckenden Wirkung raubt.

Der Film “Brief Encounters [Amazon Link]” ist eine Hommage an seine Beneath the Roses Serie und bietet unglaublich viele Eindrücke und Einblicke in sein Schaffen. Ein Künstler, dessen Werk noch viel zu unentdeckt ist.

Gregory Crewdson Video

In diesem kleinen Video und kostenlosen Video vom RSRV-Channel kannst Du Dir ganz entspannt 30 Minuten seine Arbeitsweise anschauen. Kein Bokeh, keine Gegenlichtaufnahmen, nur wunderbar melancholisches Storytelling.

The War Reporter – Reportage


Martin Adler war ein Journalist und Fotograf. In dieser Dokumentation von Thomas Nordanstad wird eindrucksvoll deutlich wie das Leben als Kriegsreport in der Wirklichtkeit ist. Wie Zack Arias so schön sagt, Du wirst kein Kriegsreporter wenn Du nicht im Kriegsgebiet arbeitest. 2001 wurde Adler der Medienpreis von Amnesty International verliehen, ein Zeichen für seine aufklärerische Arbeit hinter den Grenzen der Sicherheit. Den Preis erhielt er für seine Reportage über die Entführung und den Handel mit chinesischen Frauen. 2004 erhielt er den Rory Peck Award for Hard News für On Patrol with Charlie Company im Irak.

Kriegsreporter

Martin Adler wurde am 23. Juni 2006 von einem unbekannten Täter bei einer Demonstration in Somalias Hauptstadt Mogadischu ermordet, er wurde 47 Jahre alt und hinterließ seine Ehefrau und zwei Töchter. Der Drang und das Adrenalin in Kriegsgebieten zu arbeiten, wenn eine Familie im Hintergrund ist, wird sich meiner Kenntnis für immer entziehen. Klar Risiken gibt es überall, aber in diesem Beruf um so mehr. Eine andere schöne Doku zu dem Thema ist die über Christopher Anderson.

Daido Moriyama

Daidō Moriyama (jap. 森山 大道, Moriyama Daidō; * 10. Oktober 1938 in Ikeda, Präfektur Ōsaka) ist einer der wichtigen japanischen Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu Hiroshi Sugimoto ist er in Japan geblieben und dort mit seinen Bildern berühmt geworden.
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Leonard Nimoy Fotografie – Mehr als Mr. Spock [Interview]

Leonard Nimoy verstarb am 27.02.2015 im Alter von 82 Jahren, den meisten wird er als Mister Spock bekannt sein, er war aber auch ein kontroverser und begabter Fotograf. Seine erste Kamera nahm er mit 12 Jahren in die Hand und er verbrachte viel Zeit damit eine eigene Bildsprache zu entwickeln. Er wechselte nie so ganz aus dem Film in die Fotografie, erstellte aber schwarz-weiß Arbeiten, wie einem weiblichen, nackten Gott oder dem wunderbaren Projekt The Full Body Project: Photographs by Leonard Nimoy*(Link zum Buch). Eine Menge seiner Arbeiten findest Du bei seinem Galleristen und ein sehr spannendes Interview mit Pharell kannst Du Dir hier anschauen. Ein Mann der seinen eigenen Weg gegangen ist und an den sich noch viele Generationen erinnern werden. Ruhe in Frieden.

Vom Krieg nach New York – Christopher Anderson [Visuelle Schatzkiste]

Was machst DU, wenn Du als Fotograf auf einem Deiner ersten Aufträge fast mit einem Flüchtlingsboot untergehst? Richtig, den Agenturen wird klar, dass Dir nicht viel an Deinem Leben liegt und Du bereist erstmal so ziemlich alle Kriesengebiete der Welt. Du wirst also ein Kriegsfotograf. Und dadurch, dass Du eine Nahtoderfahrung hattest schaffst Du es eine sehr emotionale BIldsprache zu entwickeln, die Abseits der klassischen Dokumentation bei einer emotionalen Darstellung liegt.

Ich habe keine Ahnung was ein Kriegsfotograf macht. Hier im Mitteleuropa sind wir ja seit mehr als 50 Jahren mit Frieden gesegnet. Christopher Anderson wurde hier ein paar Augenblicke lang vom VICE Magazine begleitet und über die Schulter geschaut. In New York, nachdem er Vater geworden ist und das Leben plötzlich eine neue Wendung bekommen hat, ohne Kriegsgedöns mit Schüssen und co. Trotzdem ziemlich cool. Welche Fotoprojekte planst Du in nächster Zeit?

Hiroshi Sugimoto

Nach dem Motto Lieblingsfotografen. Vielleicht sagt Dir der Name Hiroshi Sugimoto nichts, aber er ist einer der großen zeitgenössischen Kunstfotografen. Ein Japaner in New York, der sich mit seiner großen analogen Kamera einen Namen gemacht hat. (Wie auch Gregory Crewdson) Diese zwei Dokus, einmal gute 10 Minuten, einmal etwas über 45 Minuten, zeigen seine Gedanken hinter den Werken, seine Herangehensweise und gewähren ein paar Einblicke in sein Studio. Ein sehr interessanter und sympathischer Mensch mit einer entschleunigten Weise seine Kunstwerke zu schaffen. Großes Kino. Anschauen, entspannen und das Stativ auspacken. Zur Einstimmung eins seiner kleinen Zitate: “If I already have a vision, my work is almost done. The rest is a technical problem.”

Wer ist Hiroshi Sugimoto:

(jap. 杉本博司, Sugimoto Hiroshi, * 23. Februar 1948 in Tokio, Japan) ist ein japanischer Fotograf, der in New York, USA, lebt und arbeitet.

Hiroshi Sugimoto studierte an der Saint Paul’s University in Tokio. Während seines Kunststudiums am Art Center College of Design in Los Angeles wurde er nachhaltig von den amerikanischen Kunstströmungen des Minimalismus und der Konzeptkunst (concept art) beeinflusst.

Er arbeitet ausschließlich im Medium der Schwarzweiß-Fotografie und nach dem Konzept der Serie, indem er die Idee einzelner Serien über längere Zeit konsequent verfolgt. Bisher stehen in seinem Schaffen die folgenden Werkgruppen im Vordergrund.

Serien des Künstler

  • „Dioramas“ (Dioramen)
  • „Wax Museums“ (Wachsfigurenmuseen, beide von 1976 an)
  • „Theaters“ (Kinos, ab 1978)
  • „Seascapes“ (Meeresansichten, ab 1980)
  • „Architecture“ (Architektur, ab 1997)

Werke von Hiroshi Sugimoto sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten und werden in Fotografie- wie Kunstausstellungen präsentiert. Seine Arbeiten zählen zur Kunst.

Quelle für die Eckdaten? Good old Wikipedia.

Nehmen Renter Profifotografen Jobs weg? Brian Hampton Wildlife Fotograf [Video]

Natürlich nicht! Aber Brian Hampton war in einem früheren Leben CEO von mehreren Firmen und ist jetzt, nennen wir es mal Hauptberuflich Fotograf, aber irgendwie auch Rentner. Er verdient mit seinen Fotos allerdings kein Geld, sondern produziert fantastische Aufnahmen in den Wildlife-Fotohighlight-Regionen dieser Welt: Afrika, Island & den üblichen Verdächtigen wie Alaska oder den Everglades innerhalb der USA, die er anschließend in Fotobüchern sammelt und für einen guten Zweck verkauft. In seiner Laufbahn sind dadurch schon mehr als 100.000$ an Spenden zusammen gekommen. Für eins seiner Bücher sammelt er ca. 10.000 Fotos, die anschließend auf die besten 50 destilliert werden.

Was mich wieder zu der Frage führt, wie verdienen Wildlife-, Landschafts- und Naturfotografen eigentlich Ihr Geld?

David Burnett – Fotos auf Zelluloid im digitalen Zeitalter [Video]

David Burnett ist einige vielleich noch ein Begriff, als er auf der letzten Olympiade in London (da gab es noch Ringen -.-), Sportaufnahmen mit einer analogen Großformatkamera gemacht hat. Unhandlich, aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, aber mehr als fähig wunderbare Fotos zu machen? Wer braucht schon eine 1DX oder eine D4? Wir wissen es auch nicht. Reicht doch schon ein iphone für die meisten fotografischen Herausforderungen. In diesem Vortrag spricht David Burnett über einige seiner ikonischen, ja, nur dieses Wort passt hier, Aufnahmen des Vietnam Kriegs und viele andere Bilder die in seiner Laufbahn entstanden sind und den emotionalen Erlebnissen die ein Fotograf von diesem Kaliber erleben durfte/musste/konnte. Ein wunderbarer Vortrag, der im gleichen Wasser wie der google Talk mit Joe McNally schwimmt. 24,19 Minuten des Tages reservieren und anschauen!

Die Capture Fotoshow Folge 1 – oder wer zum Teufel ist Mark Seliger?

Caputre ist eine Fotoshow, die es seit 2012 gibt und in der Mark Seliger, genau DER Mark Seliger, der für ca. 100 Cover des Rolling Stone Magazine verantwortlich ist und in der Blütezeit (also vor Internet und co) von 1992 bis 2002 der “Chief Photographer” des Magazin wars. Ob der Texaner gut im Pokern ist können wir nur spekulieren, auf jeden Fall lebt er aktuell in New York und lädt sich hochkarätigen Besuch zu in sein Studio ein.

In der ersten Folge alleine sitzen 3 Meisterfotografen zusammen und besprechen Ihre besten Bilder. In einer Zeit des Internets, in der viele von Euch vielleicht Zack Arias, Chase Jarvis oder David DuChemin kennen, ist dieser Fotograf ohne jegliche vernünftige social media oder Internetpräsenz weiterhin einer der besten. Einen Querschnitt seiner besten Werke gibt es im relativ günstigen STERN Fotografie No. 48: Mark Seliger* (läppsche 15 Euronen). Aber egal, schaut Euch die Folge 1 von Capture an, in der Mark Seliger, Dylan McDermott und Platon über Portraits von Bill Clinton und ähnlichen Größen reden, was Waffen bedeuten, wie die Aufnahmen enstanden sind und wie lustig die Reaktionen waren.

Einzig die Musik kann einem nach relativ kurzer Zeit ziemlich auf die Nerven gehen, trotzdem extrem gute Show die gerade einmal 21:50 Minuten lang ist. Anschauen und dann an eigenen Projekten arbeiten!