Kategorie: Foto Tipps

Portraitfotografie – 10 Tipps

Portraitfotografie Tipps

Über die Portraitfotografie wurde schon viel geschrieben – und trotzdem sehen alle Fotos bei Instagram gleich aus: 35mm Gegenlicht Portrait mit rothaarigem Mädel und Sommersprossen. Unschärfe bis zum geht nicht mehr. Das Sammeln von Likes für sexy Modelle – nicht für gute Fotos. Du solltest eigentlich Deine Kamera in der Hand haben und fotografieren, also halte ich das hier kurz. Abseits des ganzen Blabla und der typischen Rezepte, die Du auf youtube oder auf anderen Fotoblogs finden magst.

10 Tipps für interessantere Portraitfotos

10. Blick lenken

DU erschaffst Bildwelten, also ist es Dein verdammter Job das Bild zu gestalten und den Blick des Betrachters zu lenken. Unschärfe hilft. Rahmen helfen. Licht hilft. Zu wissen was Du zeigen willst hilft.

09. Selektive Schärfe

Was soll gesehen werden, was nicht. Du selektierst die Schärfepunkte in Deinem Bild – und wenn Du mit Blende 12 draufhältst, dann hast Du bewusst alles scharf und arbeitest mit anderen Mitteln. Ansonsten überleg Dir wo Du das Bild scharf haben willst, warum Du genau dort scharf stellst und nicht woanders. Es müssen nicht nur die Gesichter sein auf die Du den Fokus lenkst.

Tipps zur Portraitfotografie

08. Details

Zu einem Portrait gehört mehr als das Gesicht. Finde die interessanten Details. Das ist Dein verdammter Job – also mach ihn! Beschäftige Dich mit Deinem Modell. Entwickele die Blick für das Besondere. Hab Spaß.

07. Fokus auf die Augen

Wenn Du Fotos von Gesichtern machst setze den Fokus auf die Augen. Nicht auf die Ohren, nicht auf die Nase, nicht auf den Hinterkopf! Triff die Augen oder wirf das Bild weg. So einfach ist das.

06. Smalltalk ist der König

Bei der Fotografie geht es um Emotionen. Authentisches Leben. Es gibt genug seelenlose Stockfotos die gehasst werden. Du brauchst dazu keine neuen Fotos beisteuern, wenn Du nicht willst. Mach lieber etwas an das sich die Menschen erinnern. Und um Emotionen zu wecken musst Du mit den Menschen sprechen. Geschichten erzählen. Wissen wie Du Emotionen weckst – und wann Du was sagst. Rumdödeln erlaubt – solange es Ergebnisse bringt.

05. Licht lesen

Versteh Deine Kamera. Versteh das Licht. Unschärfe ist keine Bildaussage. Mit Licht erzeugst Du Stimmungen. Also lerne Licht zu lesen und einzusetzen. Es wird Deine Fotos vielleicht verbessern.

04. Silhouetten

Wenn nichts geht, such Dir Gegenlicht und arbeite mit dem guten alten Scherenschnitt. Sieht toll aus. Macht Spaß und die Ergebnisse sind eine angenehme Abwechslung.

Say Cheese

03. Don’t Smile

Deine Modelle müssen nicht lächeln. Das ist für Oma-Fotos von Enkeln. Niemand muss auf Fotos lächeln. Niemand muss ernst gucken. Es ist Dein Job herauszufinden wie Du die beste Seite aus Deinem Modell herauskitzelst.

02. Fotorezepte beherrschen

Fotosessions werden leichter wenn Du eine Ahnung von dem hast, was Du tust. Rezepte helfen Dir in kurzer Zeit vorhersehbare Ergebnisse zu erzielen.

01. Improvisieren

Nutze was Du hast. Setze Dir Grenzen in denen Du arbeitest. Hab Spaß und geh mit dem Flow. Jede Shotlist, jedes geplante Event wird Dir durch Murphy’s Gesetz aus den Fugen gerissen. Lerne damit zu leben. Mache das Beste aus dem was Du hast und heul nicht rum. Finde raus was Du willst – und was Du nicht willst und mach gute Fotos. Kreativität ist eine Flamme die in Dir brennt. Ob das nun ein Streichholz, Teelicht, Lagerfeuer oder Waldbrand ist liegt an Dir, Deinem Talent und Deinem Biss.

Tipps für Urlaubsfotos

Tipps für Urlaubsfotos

Am Sandstrand, unter Palmen und am azurblauen Meer sammeln wir angenehme Erlebnisse in den schönsten Wochen des Jahres. Gut fotografierte Urlaubsfotos fangen die Ferienstimmung ein und sorgen dafür, dass die Erinnerung an schöne Stunden lange im Gedächtnis bleibt. Mit diesen praktischen Fototipps werden Fotos am Strand und Fotos auf Städtereisen zu unverwechselbaren Erinnerungen.

Fotos am Strand – spannende Action

Ein schöner Sandstrand ist ein schönes Fotomotiv. Spannender wird es, wenn “Action” mit auf das Bild kommt. Kinder, die am Strand spielen, der Hund, der am Wasser begeistert dem Ball hinterher jagt oder Menschen, die schwimmen oder tauchen bringen Leben in das Ferienfoto. Bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs und einer kurzen Belichtungszeit wird die Bewegung nahezu eingefroren. Bewegung wirkt auf Fotos lebendiger, aber für Mitzieher ist es ohne einen ND-Filter im Sommer in der Regel viel zu hell. Hartes Licht ist schwer zu meistern – und zwischen elf und drei haben Fotografen frei. Deshalb entstehen am Strand oft ungeliebte Schlagschatten unter den Augen. Bei der Portraitfotografie ist es nicht verkehrt darauf zu achten, dass Du die harten Schatten im Gesicht aufhellst. Mit einem Faltreflektor lassen sich ungünstige Schatten reduzieren, aber den haben wir in der Regel im Urlaub ja nicht in der Reisetasche (für Aufträge natürlich schon). Deshalb solltest Du lieber auf die Uhrzeit und Richtung des Lichts achten um Dein Model gut aussehen zu lassen.

Die Urlaubsfotografie soll Urlaubsatmosphäre vermitteln und andere an den Erlebnissen teilhaben lassen. Wichtige Motive sollen daher im Vordergrund stehen. Der erste Tauchgang oder die Schnupperstunde beim Tennis sind Erinnerungen, die es festzuhalten gilt. Wenn Du den Sportler im Fokus hast und den Blick lenken willst, dann reicht schon ein Bild mit dem Tennisschläger in der Hand. Um die Unschärfe zu erreichen, wird das Bild mit Hilfe der Teleeinstellung aus der Entfernung aufgenommen und zusätzlich die Blende weit geöffnet. Im Mittelpunkt steht dabei das strahlende Gesicht des zukünftigen Tennis-As. Oder Du begleitest die Action und macht einige Momentaufnahmen, in der Du die Bewegung festhälst. Entweder mit kurzer Belichtungszeit, oder mit Mitziehern.

Mit dem Fernauslöser fotografieren

Wer mit der Familie in den Urlaub fährt, möchte sich gemeinsam mit seinen Lieben in schöner Umgebung ablichten lassen. Dabei ist es unpraktisch, wenn immer eine Person auf dem Bild fehlt, weil sie die Fotos knipst. Mit einem Fernauslöser lässt sich das Problem auf einfache Weise lösen. Da nicht jede Kamera damit ausgerüstet ist, kann auch der herkömmliche Selbstauslöser verwendet werden, um die Urlaubserlebnisse der ganzen Familie auf das Foto zu bannen.

Fotos bei Sonnenuntergang

Ebenso wichtig wie das Motiv – die richtige Zeit zum Fotografieren

Mit einer guten Fotokamera entstehen rund um die Uhr schöne Bilder. Wer gern Strandszenen fotografiert, sollte daran denken, dass in südlichen Regionen die Sonne um die Mittagszeit fast senkrecht am Himmel steht. Dadurch entstehen Schatten auf Gesichtern, während die Sonneneinstrahlung für ein sehr hartes Licht sorgt. Für Strandfotos ist das Licht morgens und abends wesentlich günstiger. Wer fotografieren lernen möchte, erfährt dabei, dass in der Zeit kurz vor oder nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ideale Lichtverhältnisse herrschen. Das Licht erscheint weicher und die Fotos wirken frischer. Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge sind vor allem am Meer ebenfalls interessante Fotomotive. Dabei gilt es zu bedenken, dass für die Aufnahme der strahlenden Sonne eine kurze Belichtungszeit ausreicht.

Auf die richtige Perspektive kommt es an

Die Reisefotografie unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Fotografierarten. Sollen spannende Ferienerlebnisse im Bild festgehalten werden, wird einfach die Perspektive gewechselt. Während die meisten Fotos im Stehen aufgenommen werden, lohnt es sich, für ein interessantes Fotomotiv auch einmal in die Knie zu gehen oder sich gar auf den Boden zu legen. Aus der Froschperspektive aufgenommen, zeigen Fotos auch Strände, Familie oder Sehenswürdigkeiten aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Touristenfotos und Fotos in der Stadt werden meist vor bekannten Sehenswürdigkeiten, Museen oder Kirchen und Palästen aufgenommen. Entgegen der Meinung, dass die Sonne sich dabei immer hinter der Kamera befinden sollte, sind Fotos, die mit Gegenlicht aufgenommen werden, häufig besonders interessant, wenn die Form und Struktur des Bildes aufgenommen werden kann. Auch eignet sich ein Graufilter und Stativ um die Belichtungszeit zu verlängern und störende Touristen ohne Gewalt aus dem Foto verschwinden zu lassen.

Wichtig beim Fotografieren: die Lichtverhältnisse

Beim Fotografieren lernen spielen die Lichtverhältnisse eine besondere Rolle, denn Licht kann sowohl hart als auch weich sein. Hartes Licht ensteht durch eine kleine Lichtquelle, weiches Licht durch eine große Lichtquelle. Der Fokus des Betrachters wird ebenfalls von der Schärfe oder Unschärfe eines Bildes gelenkt. Deshalb sollte das Hauptmotiv scharf zu sehen sein, denn es steht bei der Betrachtung im Mittelpunkt. Unscharfe Bereiche bleiben dabei oft im Hintergrund. Bei einem unscharfen Hintergrund steht die Person, die sich im Vordergrund befindet, im Mittelpunkt. Die richtige Balance zu finden ist eine Kunst, denn Du lenkst den Blick des Betrachters: Zu viele Elemente und wir wissen oft nicht wo wir hinschauen sollen – zu wenig Elemente und der Inhalt des Bildes kann verloren gehen. Je mehr Elemente Du auf ein Bild bringst, umso schwerer wird der Bildaufbau.

Im richtigen Moment fotografieren

Vor allem beim Fotografieren interessanter Sehenswürdigkeiten wie Palästen oder anderen berühmten Gebäuden heißt es, im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken, wenn keine Passanten den Weg durchkreuzen. Geduld ist ebenfalls gefragt, wenn Motive, die sich bewegen, auf ein Foto gebannt werden sollen. Der Besuch im Zoo, die Krokodile der Alligatorfarm, oder das Pferd beim Ausritt am Strand stellen die Geduld des Fotografen auf die Probe. Wer sich dabei Zeit lässt und in Ruhe fotografiert wird mit lebendigen, originellen Fotos belohnt.

RAW oder JPEG? Welches Aufnahmeformat?

RAW oder JPEG

RAW oder JPEG

Typische Frage: Welches Aufnahmeformat ist eigentlich besser? Wenn Du ein Profi bist, ist dies eine Streitantwort, denn entweder Dir ist RAW total wichtig, Du hast ein Shirt “I shoot RAW”, oder es ist Dir egal, da Dir Dogmen und Fotoreligion nicht viel bedeuten.

Die Kurzantwort, wenn Du Dich gerade mit den Grundlagen der Fotografie beschäftigst, nimm am besten beides auf, außer Du bearbeitest jedes Deiner Bilder nach, dann kannst Du auch ruhig nur RAW verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen RAW und JPEG?

Grundsätzlich gilt, wenn Du früher fotografiert hast, lag ein Film in Deiner Kamera. Dieser Film wäre die heutige RAW-Datei. Diesen Film hast Du vielleicht selbst entwickelt. Dieses eigene Fotolabor ist die heutige Bildbearbeitung mit Lightroom, Photoshop, ACDSee,… Oft wurde der Film aber auch einfach in eine Tüte gesteckt und in ein Labor geschickt. Die Bilder, die Du damals aus dem Laden abgeholt hast, das sind die JPEG-Aufnahmen. Die Qualität ist von Labor zu Labor unterschiedlich, hängt vom Papier ab und was Du vorher mit Deiner Kamera geleistet hast. (Außer das die Fotos heute leichter zu drucken sind, als wenn der Film verloren ist)

Wenn Du nun nur in JPG fotografierst, dann fehlen Dir erstmal alle Rohdaten. Dies kann Dir egal sein – sollte es aber nicht, denn vielleicht willst Du irgendwann in der Zunkunft doch mal mehr aus Deinen Bildern rausholen, oder es gibt neue Techniken und Programme, die noch mehr leisten. Wer weiß. Die Chance verspielst Du, wenn Du nicht zumindest RAW+JPEG aufnimmst.

Heute ist der Sensor wie ein Film, nur Du kannst ihn nicht austauschen. Früher hast Du Dir den Film gekauft, der Dir von den Farben und der Körnigkeit gefallen hat. Die Kamera war egal und Du konntest immer die gleichen Farben haben, egal welchen Kamerabody Du benutzt hast. Heute kaufst Du Dir die Kamera, deren Farben und Aufnahmen Dir gefallen. So waren die Farben von der Canon 5D Mark II oder der Sony A700 ziemlich besonders, schon wenn sie OOC (Out of Cam, also direkt aus der Kamera) waren. Wenn Du solch eine Kamera für Dich findest, dann fotografierst Du wahrscheinlich auch direkt im JPEG.

Lohnt sich RAW?

Was ist RAW überhaupt? RAW ist mehr Arbeit, denn RAW muss immer erst entwickelt werden, ehe Du es weiterverarbeiten kannst. Du kannst damit aber auch in der Regel mehr aus Deinen Bildern rausholen, zum Beispiel wenn es um den Dynamikumfang oder auch einfach nur die Veränderung des Weißabgleichs geht, da alle Bilddaten erhalten bleiben und weniger Veränderungen von Deiner Kamera an dem Bild vorgenommen werden. Aber vielleicht willst Du ja gerade den Look Deiner Kamera? RAW-Dateien sind in der Regel wesentlich größer – je nach Megapixelzahl kommen da schnell 25 MB pro Bild zusammen. Wenn Dir Speicher egal ist – was spricht dageben? Denke immer daran, RAW-Dateien müssen zuerst nachbearbeitet werden. Keine Lust noch länger vorm Rechner zu sitzen – dann nimm in JPEG auf.

Wann in RAW aufnehmen?

RAW ist das Rohdatenformat Deiner Kamera, also ehe irgendetwas von ihr gekocht, gebraten oder gebacken wird und Dir ein reduziertes/von der Kamera optimiertes Bild geliefert wird. RAW ist eigentlich ziemlich gut, nur wie schon gesagt arbeitsintensiv – und ob sich dies für Dich lohnt hängt stark davon ab, ob Du damit Dein Geld verdienst und/oder gerne vor dem Computer sitzt. Du kannst viele Workflows auch automatisieren, aber davon ein anderes Mal mehr. RAW eignet sich sehr gut für:

  • Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen – die Aufnahmen wirst Du wahrscheinlich alle bearbeiten wollen, geh hier auf Nummer sicher.
  • Wenn Dir Speicherplatz egal ist, denn RAW verbraucht wenn Du viel fotografierst viel Platz auf Deinen Festplatten und muss gesichert werden.
  • Wenn Du jedes Foto am Rechner nachbearbeitest, denn gerade die Nachbearbeitungsmöglichkeiten machen RAW so attraktiv.
  • Wenn Du professionell Fotografierst und einen Beweis möchtest, dass die Aufnahmen von Dir stammen, wenn die Kunden nur die JPEG erhalten.

Wie in der Fotografie üblich gibt es kein klares richtig oder falsch. Es gibt best practices, aber wie Du es am Ende des Tages handhabts musst Du entscheiden. RAW+JPEG mit einer selektiven Bearbeitung einzelner Fotos ist ein guter Anfang.

Was ist der Dynamikumfang?

Was ist Dynamikumfang

Ein Foto/eine Lichtsituation hat eine hellste und eine dunkelste Stelle. Alles was zwischen der hellsten und dunkelsten Stelle liegt wird in der Fotografie Kontrastumfang genannt. Die Helligkeitsunterschiede, die Deine Kamera aufnehmen kann, sind der Dynamikumfang. Je nach Lichtsituation kannst Du eine Umgebung vorfinden, bei der es einen Kontrastumfang von ca. 20-25 Blendenstufen gibt. Bei anderen Aufnahmetechniken/Gegebenheiten hingegen hast Du nur sehr wenige Blendenstufen: Eine High-Key Aufnahme hat hierbei einen Dynamikbereich, der sich in den hellen Bereichen abspielt, eine Low-Key Aufnahme einen Dynamikbereich der sich in den dunkelen Bereichen abspielt. Typische Situationen sind z.B. Nebelaufnahmen, oder Portraits vor einem reinweißen Hintergrund.

Der Sensor einer digitalen Kamera ist im Dynamikumfang, im Gegensatz zum Auge, stärker beschränkt, denn er passt sich nicht der Situation an, sondern macht eine “Momentaufnahme”. Übersteigt der Kontrastumfang den Dynamikumfang verlieren sich die Details der Höhen und Tiefen der Lichter im Schwarz/Weiß. Ein Bild ist nicht mehr voll durchgezeichnet und wird in diesen Bereichen strukturlos. Unser Auge passt sich immer der Lichtsituation an und verändert den Dynamikumfang der Anforderung entsprechend. Sich komplett an den Kontrastumfang einer Situation anzupassen schafft selbst unser Auge nicht immer. Wenn Du aus der Sonne in einen Tunnel fährst, merkst Du dies besonders, denn am Anfang ist alles dunkel, bis sich Deine Augen an die Situation gewöhnt haben. Unser Auge hat zwischen 14-20 Blendenstufen. Um ein Foto über einen größeren Dynamikbereich aufzunehmen, musst Du mehrere Aufnahmen machen.

Der Bildsensor verarbeitet die Bildinformationen, die bei einer Aufnahme entstehen. Hierbei wird von Dynamikumfang gesprochen. Der Dynamikumfang ist sehr stark von der Qualität Deiner Kamera abhängig, so wurde z.B. die Nikon D800 nach ihrem Erscheinen für Ihren besonderen Dynamikumfang in den Schattenbereichen gelobt, der vorher nur von Mittelformatkameras wie von Pentax oder Phase1 bekannt war. Gute Kameras haben in der Regel einen Dynamikumfang von 8-14 Blendenstufen. Dieser lässt sich in der Kamera nicht wirklich ohne Qualitätsverluste vergrößern, sondern eher in der Nachbearbeitung bis zu einem gewissen Grad verändern. Die Sony a3000, a6000, a5100, A7R A7s, A7 and A7II haben z.B. eine DRO, also digitale Range-Optimization von 5 Blendenstufen, was zu ziemlich unnatürlichen Bildern (und zum Teil starken Bildrauschen) führt.

Dynamikumfang künstlich erhöhen

Dynamikumfang künstlich erhöhen

Dynamikumfang von Fotos erhöhen

Der Dynamikumfang einer Aufnahme kann auf mehrere Arten erhöht werden. JPG haben hierbei in der Regel ein geringeres Optimierungspotential als eine RAW-Aufnahme. Eine Art die Dynamik zu erhöhen ist durch die digitale Nachbearbeitung und ein Verstellen der Lichtregler in Lightroom, ACDSee oder einem anderen Programm das sich wie eine digitale Dunkelkammer verhält. Dies ist allerdings auf das beschränkt, was Deine Kamera aufgenommen hat.
Du kannst noch mehr Dynamikumfang erreichen, indem Du mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen machst, die Du hinterher am Computer zusammführst. Hierzu brauchst Du ein Stativ und am Ende nennt sich das Ganze HDR (High Dynamic Range). Der eigentliche Prozess um die Dynamik zu erhöhen wird als DRI (Dynamic Range Increasement) bezeichnet.

Wann ist eine Erhöhung des Dynamikumfangs sinnvoll?

Jetzt zum wichtigen Punkt: wann machen? Die wenigsten Bilder profitieren von einer Erhöhung des Dynamikumfangs im vollen Spektrum (wie auch das Beispielbild im Artikel), also dem HDR. Meist sind dies Landschaftsaufnahmen, aber auch hier ist weniger in der Regel mehr. Der Dynamikumfang sollte in der Regel nicht über das gesamte Bild erhöht werden, da gerade dunkele und helle Partien den Blick auf die wichtigen Stellen des Bildes lenken – also das klassische Spiel mit Licht, das Fotografen schon seit über einem Jahrhundert betreiben. Die Theorie ist, dass für einen guten Druck die Lichter nicht ausbrennen und die Tiefen nicht absaufen sollten. Dies kann Dir bei einer schlechten digitalen Nachbearbeitung, oder Gegenlichtaufnahme, schnell passieren. Hierbei gilt es wie bei allem anderen auch ein Fingerspitzengefühl für den “richtigen” Einsatz zu bekommen. Richtig, es gibt kein richtig und kein falsch – außer bei HDR, da vielleicht schon. 😉 Dein Ziel ist es den Blick des Betrachters zu lenken, sei es durch Unschärfe, Licht, Isolation, Symmetrie oder Bildaufbau. Wenn Dein ganzen Bild komplett scharf und durchbelichtet ist, wird es schwer einen Fokus zu finden. Dies ist nur für sehr großformatige Drucke zu empfehlen, bei denen der Blick schweifen kann.

Für alle die es technischer mögen: https://de.wikipedia.org/wiki/Dynamikumfang

Was ist Lichtstärke?

Lichtstärke erklärt

Lichtstärke erklärt: Lichtstärke ist eine Qualität Deines Objektivs. Je weiter die Blende geöffnet werden kann, umso mehr Licht kann durch die Blende fallen, Du wirst also in der Theorie auch bei wenig Licht ausreichend belichtete Bilder machen. Also ist das Objektiv lichtstark, oder auch schnell, da Du mit kürzeren Zeiten belichten kannst.

Problem beim Fotografieren mit offener Blende

Offenblende, also die Blende so weit öffnen wie möglich, ist meist nie 100% scharf – ist aber in den meisten Fällen nicht so schlimm, denn Du wirst nur in den seltensten Fällen mit Offenblende fotografieren, um ein möglichst scharfes Bild zu haben – sondern gerade um mit Unschärfe zu spielen. Die Qualität schwankt von Objektiv zu Objektiv und um dies herauszufinden musst Du selbst testen wann und wie Dein Objektiv so scharf ist wie Du es möchtest: Gleiches Motiv wählen (am besten Kamera aufs Stativ), gleicher Schärfepunkt, unterschiedliche Blendenöffnungen, Fotos machen, anschauen, selbst für Dich bewerten was Dir gefällt und was nicht.

Lösung: Du solltest also nicht mit Offenblende Landschaftsfotos machen, bei denen das ganze Foto scharf sein soll, sondern Dir ein Stativ besorgen. Du blendest ein bisschen ab, also anstatt mit der maximalen Blende f/1.4 fotografierst Du mit 1-2 Blendenstufen weniger, z.B. Blende f/1.8 oder f/2.0. Bei Landschaftsfotos in der Regel noch mehr. Sonne lacht, Blende 8. Für Portraits ist das Ganze meist ziemlich egal, aber auch hier hilft Dir nur testen weiter – und es kommt sehr auf die Art Deiner Fotografie an und wie wichtig Schärfe anstatt Unschärfe darin ist.

Ohne Autofokus scharfstellen

manueller Fokus Tipp

Hach, mit den Systemkameras werden viele alte Schätze wiederentdeckt, aber vielleicht hast Du auch einfach nur viel Geld für eine Leica ausgegeben. Leider gibt es bei vielen alten Objektiven eine eingebaute Entschleunigung, denn Du musst ohne Autofokus scharfstellen. Hier findest Du einen Tipp, den mir ein Fotograf gegeben hat, der damit schon in den 70er Jahren scharfe Fotos gemacht hat. 🙂 Wenn Du mit einem manuellen Objektiv scharfstellen möchtest, wirst du wahrscheinlich immer am Objektivring drehen um die Schärfe zu finden. Das funktioniert in den meisten Fällen recht gut. Gerade durch das Focuspeaking von Systemkameras geht es erstaunlich leicht und Du wirst mit alten analogen Objektiven sehr schöne Ergebnisse erzielen.

Wenn Du aber eine Portraitbrennweite benutzt, ist der Schärfepunkt meist sehr gering und Du willst ja eigentlich z.B. auf die Augen scharfstellen – und nicht auf die Nase oder Ohren. In diesen Momenten ist es zum Beispiel mit den lieben Festbrennweiten nicht immer so leicht bei Portraits den richtigen Schärfepunkt einzustellen, gerade wenn Du nah an deinem Modell stehst und die Blende sehr weit geöffnet hast (1.8 oder weiter).

Tipp zum Scharfstellen mit manuellen Objektiven

Es ist in der Regel leichter, wenn Du “ungefähr” scharfstellst und Dich nicht zu lange mit dem Drehen des Fokusrings aufhältst. Die Perfektion der Einstellung geht hier schnell verloren und Du drehst wieder wild weiter. Den genauen Schärfepunkt kannst Du viel besser durch ein vor- und zurückbewegen der Kamera mit deinem Kopf/Körper finden. Du kannst hier schneller arbeiten und durch das leichte hin und her Ruckeln den Schärfepunkt sehr gut ermitteln. Probier es einfach mal aus, meinen Ausschuss an unscharfen Aufnahmen, aber vor allem die Geschwindigkeit, mit der ich Scharfstellen kann, hat diese Technik stark gesteigert.