Fotografieren Lernen

Fotografieren Lernen

Was macht ein gutes Foto aus?

  1. Es gefällt Dir.
  2. Es gefällt Dir auch nach längerer Zeit.
  3. Vielleicht gefällt es anderen.
  4. Du hast eine emotionale Verbindung dazu, dann ist auch die technische Qualität egal.
  5. Wenn Du dafür bezahlt wirst: Es gefällt Deinen Kunden.

Fotografieren ist erstmal keine große Kunst, aber besser zu fotografieren lernen ist schwer. Du kannst jederzeit Dein Handy nehmen und anfangen zu knipsen, Spaß haben und Deine Kamera kennen lernen. Die Technik wird Dir an jeder Ecke erklärt, aber ist es wirklich wichtig zu verstehen wie eine Blende funktioniert? Natürlich, denn es ist einfach zu verstehen, hilft Dir alleine aber nicht wirklich schönere Fotos zu machen.

Wenn Du einen Führerschein gemeistert hast, kannst Du auch die Kamera meistern. In Deutschland fahren ja immer noch fast alle Autofahrer mit Gangschaltung anstatt Automatik (dafür nur sehr wenige in der Formel 1), ist bei Deiner Kamera nicht wirklich etwas anderes – sondern in der Regel noch sinnvoller.

Wie lernst Du es besser zu fotografieren?


Im englischen gibt es den Begriff “deliberate Practice”. Fotografieren ist nicht gleich fotografieren. Manche Menschen haben ein Talent dafür und machen von Anfang an schöne Fotos, andere brauchen länger – und wenn Du einfach nur drauf losknipst verlässt Du Dich entweder auf Dein Talent, was Du haben kannst oder nicht, oder Du überlegst Dir wie Du bessere Fotos machst.

  • Erkenne welche Fotos Dir gefallen. Dies ist die Bestandsaufnahme, was für Fotos findest Du toll? Fashion, Street, Landschaft, Portrait, Realität, Fiktion, nachbearbeitet, authentisch,…
  • Lerne Fotos zu lesen. Was hat der Fotograf gemacht? Was gefällt Dir? Warum wirkt ein Foto? Warum ist ein Foto doof? Was gefällt Dir nicht? Lerne es in einfache Worte zu fasse und schmeiß Deine alten Fotos nicht weg, sondern analysiere sie. Was kannst Du besser machen? Wo sind Fehler? Was ist toll gelaufen?
  • Lerne Licht zu lesen. Es gibt tolles Licht, es gibt scheiß Licht. Die Suche nach Licht beschäftigt Künstler schon vor der Fotografie. Schau Dir Werke von Rembrand an, oder die Seerosen von Monet. Es geht um Licht, es geht um Stimmung und die Kamera ist ein Apparat um Licht einzufangen. Weiches Licht, hartes Licht, langweiliges Licht, interessantes Licht. Gib dem Licht Namen und mach Dich auf die Suche. Schaue in die Augenreflexe um zu erkennen, womit ein Foto belichtet wurde.
  • Verstehe was ein Objektiv mit Deinem Foto macht. Ein Weitwinkel streckt und verzerrt, ein Normalobjektiv ist nah an unserer Wahrnehmung, eine Tele hat eine hohe Kompression und macht es leichter freizustellen. (Physikalisch nicht korrekt, denn es geht eigentlich nur um den Bildwinkel.) Welches Objektiv das richtige Objektiv ist, kommt immer auf die Situation an und ehrlich gesagt, es ist Scheißegal was Du auf Deiner Kamera hast, irgendwo hat auf dieser Welt gerade ein Fotograf ein geniales Bild damit gemacht, also finde Deinen Zugang und leg los.
  • Mache Fotos nach die Dir gefallen. Wenn Du keinen Lehrmeister in Person hast der Dich kritisiert und Dir Wege aufzeigt, geh in die Lehre bei den Fotografen die Dir gefallen und versuche Ihre Bilder nachzumachen. Du wirst viel lernen und verstehen wie Dinge funktionieren. Du wirst Fragen haben, die Dir das Internet oder Freunde beantworten, Du wirst neue Wege finden, alte Herangehensweisen verdammen und Dich freuen, dass Deine Fotos so nah dran sind.
  • Überleg Dir was Dich interessiert. Irgendwann ist es genug mit dem Nachmachen, dann willst Du endlich eigene Bilder fotografieren. Eigene Ideen umsetzen – und dies ist harte Arbeit, denn der Motor der Kunst ist die Innovation, aber es gibt noch kein Foto das nicht schonmal gemacht wurde. Dich gibt es aber auch nur einmal und gerade dieser Zugang wird es Dir, wenn Du Dich auf die Suche nach Deinem eigenen Weg und Deinen eigenen Themen machst, die Möglichkeit geben Fotos zu machen die mehr sind als nur eine bloße Kopie der Meister.
  • Lerne den Moment zu nutzen. Der richtige Moment für das richtige Foto ist Glück und je mehr Du übst, umso öfter ist das Glück auf Deiner Seite, es kann aber auch passieren das Du Pech hast. Wie sollst Du bei bewölktem Himmel die Sonnenfinsternis fotografieren? Momente der höheren Gewalt gehören dazu, da Fotografie aber viel mit Training zutun hat, kannst Du diese Glücks- und Pechmomente reduzieren und mehr Wert auf Können legen.

Knipsen bedeutet Deine Fotos dem Zufall zu überlassen. Dies ist nur ein ehrlicher Ansatz, wenn Du die Fähigkeiten hast – und mit Deinen Fotos zufrieden bist. Frei nach dem alten Sprichwort:

Nicht die Zufälle machen den Meister,
der Meister macht die Zufälle.

Fotos aktiv gestalten ist ein kreativer Prozess, der weit über ein technisches Verständnis der Kamera hinausgeht. Einfühlungsvermögen, Timing und vor allem eine Kamera zur Hand zu haben wenn das perfekte Foto gemacht werden kann, sind nur ein paar der Fähigkeiten die DU als guter Fotograf besitzen musst.

Weiterführende Inhalte auf der Fotoschule: