Was verdient man bei Fineartprint.de

Fineartprint.de, wieder eine Seite die schön aussieht und Fotografen verspricht, dass sie hier bis zu 3000(!) Fotos im Monat verkaufen können. Die ersten 50 Bilder kann man umsonst hochladen, danach kostet es 5€ im Monat(für unlimitierte Uploads). 15% des Verkaufspreises geht an den Künstler, der Rest wohl für Material und Vermittlung drauf. Eigentlich kein schlechtes Geschäft. Jetzt aber mal die ersten konkreten Zahlen: Über eine Millionen Bilder werden angeblich in dem Shop angeboten. Damit gibt es praktisch keine Konkurrenz für die eigenen Werke, es könnte also kaum leichter sein. 😈

Wie realistisch sind Verkaufszahlen von 3000 Bildern im Monat?

Realismus ist was anderes, das hier ist eine Utopie. Grandioser Weise gibt es auf der Seite eine Liste mit den Top Verkäufern und von denen hat anscheinend niemand mehr als 200(!) Verkäufe. Anscheinend nicht im Monat, sondern seit der Registrierung, kleiner Unterschied zu den 3000 mit denen geworben wird. Weitwinkliger hat vor einiger Zeit stolz darüber berichtet, dass er sein erstes Bild dort verkauft und ca 16€ dafür bekommen hat, hört sich ja nicht schlecht an. Sehen wir nun aber die Zahlen und wieviele Verkäufe die einzelnen Fotografen haben, können wir eine simple Rechenaufgabe machen:
Nehmen wir die 16€ von Weitwinkliger als Mittel und diese mit 150 Verkäufen sind wir bei? Ja… Mathe Leistungskurs bitte vortreten… 2400€!
16€ hört sich bei 15% Provision durchaus realistisch an, denn ~100€ werden schonmal für ein Bild ausgegeben. Dann -60€ im Jahr für eine Premiummitgliedschaft und zurück zu 2340€.
Die meisten in den Top 10 sind 1-2 Jahre dabei, nehmen wir ein Mittel von 16 Monaten. 2340 durch 16 = 146,25€ im Monat.

Natürlich ist dies nur eine Rechnung von außen und die meisten, die auf solch einer Seite verkaufen, sind auch bei mygall oder woanders. Bei solchen Unternehmungen hilft nur möglichst breit zu streuen und viele kleine Geldströme zusammen laufen zu lassen.
146€ ist, wenn man die Fotografie als Hobby betreibt, vielleicht ein netter Nebenverdienst, davon alleine Leben kann man allerdings nicht. Die Konkurrenz, wie schon bei Stockfotos, ist auch hier riesig und minimiert die Gewinnspannen. Trotzdem ist es ein legitimer Weg um ein paar € mehr in der Tasche zu haben, wenn man die Kraft und Energie in solche Projekte steckt.

5 Kommentare

  1. Kann ich voll bestätigen. Bin auch einige Zeit bei Fineartprint und habe bereits ein paar Bilder verkauft. 7 oder 8 waren es. In dem Moment freut man sich und die Provision nimmt man auch gerne mit, aber einen regelmäßigen Verdienst kann man meiner Meinung nach damit nur aufbauen, wenn man die Dienste mit Bildern zuspamt. Dennoch eine gute Sache, wenn man es realistisch betrachtet.

  2. Die Frage die ich mir hier Stelle ist wie weit man mit dem 50 Foto Limit kommt, da sich nur die wenigsten Bilder mehr als 10x verkaufen. Der Vorteil für Außenstehende ist echt, dass die schön transparent mit den ganzen Statistiken umgehen.

  3. Also ich bin auch bei Fineartprint.de registriert und kann mir nicht vorstellen, dass Die 3000 Bilder im Monat verkaufen. Ausserdem finde ich die Provision von 15% eigentlich schon echt unterste Grenze. Die Verscherbeln ein Bild von zum Beispiel 200 Euro und der Fotograf bekommt gerade mal 30 Euro. Super!

    Gruß
    Ronny

    • Und Du bist dort einer der Top Seller Ronny! Kann man, wie im Artikel erwähnt, ja schön auf deren Seite einsehen.

  4. Hallo!
    Die Motivation der Anbieter wie fineprint usw. ist ganz klar auf den Wunsch vieler Fotografierenden ausgerichtet, mit dem mehr oder weniger intensiv ausgeübten Hobby Geld zu verdienen und ein wenig Bekanntheit zu erreichen.
    Wer will das nicht…
    Das Rechenbeispiel und die Kommentare machen deutlich, dass die Realität eine völlig andere ist. Man konkurriert dort mit einer stetig ansteigenden Anzahl von anderen Foto-Anbietern.
    Solche Dienstleister schaffen sich so kostenlos die Möglichkeit, ihr Produkt – die Fotodienstleistung – noch breiter anzubieten – mit kostenlosem Fotomaterial.
    Solange man sich nicht der Illusion ergibt, ist es durchaus ok. Andererseits kann nun jeder billig ein Foto erwerben, wofür er sonst viel mehr Geld ausgeben müsste. Schließlich gibt es unendlich viele sehr gute Hobbyfotografen, die sich ausschließlich daran erfreuen, ihr Bild veröffentlicht zu sehen. Geld ist bei dem Hobby dann eher zweitrangig.

    Grüße,

    Ralf

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