Festbrennweiten – Welche sind gut?

Festbrennweiten

Jede DSLR oder Systemkamera braucht Objektive, ansonsten sollte der Fotograf lieber zu einer Kompakt- oder Bridgekamera greifen. Eine typische Frage die ein erfahrener Fotograf zu hören kriegt ist: “Was ist denn Dein Lieblingsobjektiv?” Worauf der Fotograf antwortet: “Kommt auf die Situation an.”

Was sind Festbrennweiten?

Festbrennweiten sind Objektive, die über keinen Zoom verfügen und eine feste Brennweite haben. Im Vergleich zum Zoomobjektiv ist eine Festbrennweite oft kostengünstiger in der Entwicklung und Herstellung, desweiteren haben Festbrennweiten oft eine bessere Abbildungsqualität und höhere Lichtstärke als Zoomobjektive.

Typische Festbrennweiten:

  • sogenannte Normalobjektive, auch Nifty Fifty oder einfach nur 50mm genannt
  • Weitwinkelobjektive, wie das 35mm oder Portraitobjektive wie ein 90mm
  • Fischaugenobjektive mit ca. 8mm
  • Makroobjektive, in der Regel mit 50mm, 100mm oder 150mm

Einsteiger Festbrennweite

50mm Objektive sind eigentlich die klassischen Normalobjektive. Je nach Preisklasse schwanken die Blendenwerte von 1.2 bis 2.0, was für die Lichtstärke des kleinen Objektivs spricht. Hierbei ist zu beachten, dass je niedriger die Zahl ausfällt, umso teurer ist das Objektiv. Die 1.8er Objektive bekommst Du schon in der 100 Euro Region, was für ein Objektiv mit solch einer Abbildungsqualität ein Schnäppchen ist. Die Schärfe bei den meisten 50mm Objektiven ist gut bis sehr gut und wird meist nur von teureren Objektiven übertroffen. Du findest auch sehr viele gute alte Analoge Objektive, bei denen Du ohne Autofokus scharfstellen musst – die aber unter 50 Euro kosten und einen super Spaßfaktor durch das analoge Feeling bieten.

50mm Festbrennweite

Für welche Bereiche sind diese Normalobjektive besonders geeignet? Diese Objektive sind ideal für Portraits mit einem schönen Bokeh im Hintergrund, oder für Bilder die nahe am menschlichen Auge, also unserem Blickfeld, sind. Bokeh ist neujapanisch und beschreibt einfach die Verzeichnungen der Lichter in den unscharfen Bereichen des Bildes. Allgemein lassen sich, nach kurzer Einarbeitungszeit, Bilder sehr aktiv gestalten. Das Normalobjektiv erzieht den Fotografen zu einer sehr guten Eigenschaft: Bewegung. Der Standort muss immer anzupasst werden, um ein möglichst perfekten Bildausschnitt zu gestalten, es gibt ja schließlich kein Zoom um etwas näher heran zu holen.

Warum in drei Teufels-Namen sollte man sich jetzt nicht direkt eine 1.4er oder 1.2er Linse holen? Weil Sie teuerer ist. Weil die Bildqualität nicht unbedingt besser sein muss, ja sie kann sogar schlechter sein. Für einen Einsteiger ist ein 1.8er optimal, da es noch dazu etwas Übung erfordert, den richtigen Schärfebereich zu finden. Und, naja vorallem das Preis-Leistungs Verhältnis.

Makroobjektive

Die Bildqualität von Makroobjektiven ist bei einer Festbrennweite meist wesentlich besser als bei einem vergleichbaren Vario, allerdings sind solche Objektive nicht so flexibel wie ein Zoomobjektiv mit eingebautem Makro, aber die Dinger taugen meist gar nix. Auch wenn solch ein Varioobjektiv nicht an die Abbildungsqualität von einem speziellen Makroobjektiv herankommt, lohnt sich ein Marko eigentlich nur, wenn Du Dich auf die Makrofotografie spezialisiert, oder das Objektiv auch mit anderen Aufgaben kombinieren kann. 50, 80 oder 100 Millimeter eignen sich auch relativ gut für Portraitfotos – und die Schärfe bei dieser Art von Objektiv ist meistens ziemlich gut.

Fischaugenobjektive

Selbst wenn Canon vor kurzer Zeit das erste Variofischauge auf den Markt gebracht hat, haben diese lustigen Objektive normalerweise eine Festbrennweite. Mit einem Blickwinkel von über 180° und wunderbar fischigen Verzerrungen sind sie der Traum von vielen Fotografen, aber leider auch irgendwie ein 1-Trick-Pony. Die meisten günstigen Fischaugenobjektive haben leider Schwächen in der Lichtstärke oder in der Abbildungsqualität, was für ein Spaßobjektiv aber ziemlich egal ist. Fischaugenobjektive eignen sich super für Portraits von Komikern, Architektur die nicht Realitätstreu sein soll und Naturaufnahmen, genauso wie für Sport und Action Fotos mit dem gewissen Etwas. Allerdings muss man erst eine Liebe für die doch sehr eigenständigen Linien entwickeln.

Fazit

Einsteiger mit einem kleinen Budget sollte sich gut überlegen was für eine Festbrennweite sie kaufen. Da sich viele Anfänger auf Blumenfotos und Makroshots spezialisiert haben, ist hier ein echtes Makroobjektiv die richtige Wahl. Den meisten anderen wird ein 50mm Normalobjektiv mehr Freude bereiten, da diese Objektive ideal für Portraits sind und durch ihre hervorragende Bildqualität zu einem günstigen Preis bestechen.

4 Kommentare

  1. Aber nicht vergessen, für den günstigen Preis, der 50er 1.8, bekommt man auch eine dementsprechende Verarbeitung!
    Diese Objektive sind einfach aus billigsten Polykarbonat zusammen gesteckte Joghurtbecher.
    Und die optische Qualität ist nur deshalb gut, weil die Anordnung und die Qualität der Linsen sehr einfach ist, und die optischen Rechnungen seit ca. 50 Jahren immer gleich ist.

    • Die Verarbeitung ist oft Glückssache, bei meinem Minolta 1.7 soll es ja auch vereinzelt zu Verharzungen kommen. Trotzdem macht es extrem gute Bilder, und das ist worauf es mir ankommt. In der Preisregion findet man eigentlich kein anderes Objektiv, das so gestochen scharfe Bilder machen kann wie ein 50mm 1.8. Klar, kommt die Verarbeitung nicht an ein Objektiv für 1.400€, oder auch 700€ ran, aber für ein Vierzentel bzw. Siebtel des Preises, was will der Käufer erwarten? Für ein schmales Budget ist es eine super Linse 🙂 Immer noch besser als sich selbst ein Objektiv aus Joghurtbechern zu basteln 🙂

  2. dogwatcher

    Wie darf ich “jenseits des Vollformats” interpretieren?

    Für APS-C ist ja eigentlich eher 35mm das “Normalobjektiv”… nur halt nicht in so rauhen Mengen verfügbar wie die 50er.

    Das 50er ist aber für APS-C eine absolut Sahne-Portraitlinse und für andere Schüsse mit leichtem Tele-Touch eine absolute Empfehlung!

    Um mal wieder über den allgegenwärtigen Canon- und Nikon-Horizont hinauszublicken: Für Pentax – Kameras bietet sich ein altes, manuelles 50er der A-Reihe (damit kann man auch noch gut blitzen und die Bedienung ist “normal” über die Kamera möglich, halt wie ein modernes Objektiv halt nur ohne Autofokus) oder M-Reihe (etwas umständlicher, aber aus Vollmetall gefertig, haptisch ein Traum und etwas günstiger) gebraucht zu erwerben.

    Die Dinger gibt es laufend auf eBay und den Gebrauchtbörsen der Foren.

    Ist auch notwendig, von Pentax selber gibt es leider kein günstiges 50er als Festbrennweite.. also seid froh, dass ihr bei Canon den günstigen “Joghurtbecher” habt. Wir haben nur teure Alternativen……

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