Schlagwort: portrait

Wie gehe ich als Fotograf mit Modellen um? [Peter Hönnemann@Work]

Modelfotografie ist nicht leicht, zumindest nicht wenn Du Deine Kamera lieber magst als die Menschen.

Peter Hönnemann mag anscheinend beides. Mit einem Wort: #Hespect. Hespect ist alles was zählt (wir befinden uns im Monat der Fussball WM in Brasilien und dort wird, wie Du vielleicht noch nicht wusstest, das R zu einem H.).

Model Führung als Fotograf

Wenn Du Dir diese Woche nur ein Video anschaust, dann dieses. Peter Hönnemanns Arbeit ist eine Inspiration für jeden Fotografen und hey, wenn Du fragst was für ein Lichtsetting er in dem Video benutzt hast Du etwas nicht verstanden. Anschauen, lernen und bessere Fotos machen, oder aus #Hespect vor seiner Arbeit einen Rhetorik Kurs besuchen. Dies ist kein Rezeptbuch, sondern einfach ein Beispiel von Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Empathie – und sehr schönen Fotos die dadurch rauskommen.

Mit Vollspeed in die Monotonie – David ‘paradaxart’ Ohl im Interview

© David Ohl

Another day, another dollar Don’t call it a comeback – heute haben wir wieder ein neues Interview für Euch. Gesprächspartner war David ‘paradaxart‘ Ohl. Der young Gun Fotograf und Designer hat in der letzten Zeit mit seiner Serie Monotonie für Aufmerksamkeit gesorgt und es wurde Zeit, dass wir ihn für ein Gespräch an den virtuellen Tisch bringen. Portraits mit sehr smoothem Bokeh und dem gewissen etwas an dezentem Style, der auch seine Fotos nach Design schreien lässt. Mehr seiner Werke findet Ihr bei flickr oder facebook, seine Studiogemeinschaft gibt es hier. Aber genug des Lobes und Bühne frei führ Herrn David Ohl:
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Wieso wir keine einzigartige Schneeflocke sind – Identical von Martin Schoeller

Wichtige Info:
Der Verlag teNeues war so nett uns eins der brandheißen Exemplare von Martin Schoeller’s Identical zur Verfügung zu stellen. Was es mit diesem Buch so auf sich hat und warum es eine Inspirationsquelle für Fotografen ist, findet Ihr in den nächsten paar Absätzen heraus. Dieser Artikel spiegelt nur unsere, nicht die Meinung vom Verlag TeNeues wieder.

Martin Schoeller, ein Münchener in New York, ist Fotograf. Nicht irgendeiner, sondern einer der Fotografen, die es zu internationaler Berühmtheit gebracht haben. Im Lette-Verein gestartet, über Assistenzarbeit bei Annie Leibovitz hin zum Nachfolger von Richard Avedon beim New Yorker. Wenn das jetzt mal kein Name-Dropping war… lassen wir lieber seine Arbeit sprechen, anstatt die Vita. In diesem Beitrag geht es um sein Buch Identical, wechsel in der Serie “Close-Ups” angesiedelt ist. Einem Projekt, dass sich auf die Gesichter der Menschen beschränkt. Kurz: Headshots.

Von Ikonen zur Austauschbarkeit

© IDENTICAL - Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com

© IDENTICAL – Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com


Begann Schoeller noch mit den reichen, schönen, populären, bekannten und mächtigen Figuren der Welt, die durch Ihre Aura unverkennbar waren, so wanderte sein Blick über diesen kleinen Tellerrand hinaus. Als nächstes rückte er weibliche Bodybuilder und ihre Körperlichkeit in den Fokus. Sei aktuellstes Projekt sind eineiige Zwillingen/Drillingen/Vierlingen, kurz fast identische Menschen, deren visuelle Wirkung im Duplikat liegt. Alle von Schöller fotografierten Menschen sind kleine Gruppen, die irgendwie nicht zu den 99% der Weltbevölkerung gehören, sondern “Individualistenruppen” sind.

Portraits?!

Wie interessant kann ein Buch von Gesichtern sein? Gesichtern, die sich scheinbar wiederholen. Mit einem Wort beantwortet: sehr.
Schoeller’s Kunst liegt in der Reduktion. Der Serialität. Dem genauen Hinschauen. Angefangen bei den Hintergründen, die bei einer Gruppe Mehrlingen gleich sind, sich aber in Nuancen zu den anderen Gruppen abheben: ein leichtes braun hier, etwas pastell dort, ein grau da drüben. Die Farben wechseln so subtil, wie die Unterschiede in den Gruppen. Details, die in der alltäglichen Interaktion verloren gehen und hier dem Beobachter offenkundig werden, da er mit seinem Blick unverhohlen starren und erkunden darf.

© IDENTICAL - Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com

© IDENTICAL – Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com

Fotografen können hier viel lernen. Der klassische Headshot verrät mehr als auf den ersten Blick zu erahnen ist. Die feinen Abstufungen beginnen bei der Betrachtung der letzten Seiten des Buches. So verlieren Frauen schneller die Gleichheit als Männer, indem Sie heiraten und Ihren Nachnamen ändern. Die von Menschen konstruierte Gleichheit ist vergänglicher, als die von der Natur gegebene. Die oberflächlichen und optische Werte der Personen bleiben immer sehr nah beieinander. Sei es die der Schnitt des Gesichts, die Mundpartie oder die Augenfarbe. Selbst gestalterische Mittel der eigenen Erscheinung scheinen, zumindest in dieser Serie, nach der Jugend und dem gemeinsamen Zusammenleben erhalten zu bleiben.
Im Nachwort von Martin Schoeller heißt es so schön: “[…]Ich hätte gerne, dass wir weniger rasch urteilen und die zahllosen kleinen Assoziationen und feinen Unterschiede in Betracht ziehen[…]

Der Band enthält 51 Mehrlingsportraits. Die dabei entstandenen Nahaufnahmen entwickeln Ihre Wirkung schon im vergleichsweise kleinen Großformat des Buchs. Klein? Ja, denn in Ausstellungen vergrößerten sich die Bilder der Close-Ups auf 2×3 Meter. Da werden selbst die kleinsten Details überlebensgroß.

Ist es wichtig ob Zwillinge mehr als andere fühlen?

Spannend sind hierbei die kleinen Details, die Berichte der Zwillinge, die in der Reportage von National Geographic Episoden des Lebens auflisten. Sei es vom Mogeln in der Schule, telepathischem Shoppen, dem Tür an Tür leben als Erwachsene, oder der Symbiose zu einer Person vor den Eltern. All diese Geschichten werden in dem Bildband ausgeklammert. Diese Geschichten verstellen nicht den Blick. Die kleinen Details werden plötzlich zu Unterschieden und die Menschen zu Individuen, anstatt den sonst so offenkundigen Gemeinsamkeiten.

Hinter dem Vorhang der Aufnahmen

Hier gibt es ein schönes Backstagevideo vom Schoeller Studio, bei dem die Arbeitsweise & Technik hinter den Aufnahmen offenbart wird.

Was können Fotografen aus diesem Buch lernen?

  • Ein Sujet, also Thema, bringt die eigene Arbeit sehr weit voran.
  • Der Blick für die Details ist genauso wichtig wie der Blick für das große Ganze.
  • Es kommt nicht auf das Equipment an, aber eine Kamera, die teurer ist als mehrere Kleinwagen, liefert unglaubliche Bildqualität.
  • Eine Serie setzt sich aus vielen, sehr vielen, Bildern zusammen.
  • Als Fotograf der Portraits macht hilft es sehr sympathisch und umgänglich zu sein.

Fazit:

 © IDENTICAL - Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com

© IDENTICAL – Portraits of Twins by Martin Schoeller, Katie Parks & Sarah Parks, Born 2001, published by teNeues, www.teneues.com

Dieses Buch ist nicht für jeden. Wer an Portraits interessiert ist, oder Interesse an künstlerischer Interpretation der Wirklichkeit hat ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Das Suchen nach Details, das Auffinden der Unterschiede und die Interpretation der eigenen Wahrnehmung der Wirklichkeit machen dieses Werk spannend. Wer die Aufregung von wechselnden Motivketten sucht, die unseren Trieb nach visuellem Feuerwerk befriedigen, sollte lieber zu einem Bildband der Hasselblad Masters greifen. Wir lieben dieses Buch wegen seiner konsequenten Umsetzung eines Themas, welches sich auf das Wesentliche beschränkt und fotografisch perfekte Aufnahmen präsentiert. Kaufen könnt Ihr es direkt im Shop des Verlages teNeues oder bei amazon*.

Verrauschte Schwarzweissbilder, Portraits für 80€ und die Liebe zur risikoreichen Analogfotografie – André Duhme im Interview

André Duhme ist ein junger Fotograf, der sein genaues Alter nur schätzen kann. Seine Wurzeln liegen im ehemaligen Ostblock der Republik, kurz DDR. Seine Bilder sind eine Melange aus analoger Leidenschaft und dem scharfen Auge des Beobachters. Das Korn des Film, oder vllt. auch Lightroom Presets, verführen den Blick und halten gefangen. Sein Blog ist ein Quell seiner alltäglichen fotografischen Erlebnisse, gewürzt mit einer Priese Wortwitz. Oh, und er hat seit kurzem auch ein “Media_Kit“, für alle die gerne mit seinem Blog zusammen arbeiten wollen.
Viel Spaß mit dem Interview und vergesst nicht seine Seiten auszuchecken!

Hallo André, wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die Dich nicht kennen!

Ich bin ein ostdeutscher Junge, der jetzt im westlichsten Teil des ehemaligen kapitalistischen Auslands lebt und arbeitet. Früher fand ich die DDR nicht so cool, weil es dort kein LEGO gab, aber viel mehr Erinnerungen habe ich daran jetzt auch nicht mehr. Ich geh gerade auf die 30 zu und frag mich mehrmals täglich, ob ich jetzt 28 oder 29 bin, wo ich mich doch manchmal wie 16 fühle. Weiterhin bin ich stolz darauf noch keinen Kredit für ein Haus abzubezahlen und sinnlos Befriedigung in Konsumgütern zu suchen. In den Spiegel gucken funktioniert noch sehr gut. Ach, ich bin jetzt Fotograf.
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Vom Lette zum Studio 67 – KIKE Photography im Interview

Heute haben wir KIKE Photography im Gespräch. Der Berliner Fotograf hat seinen Hauptsitz im Studio 67, welches auch für Außenstehende als Mietstudio zur Verfügung steht. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in einer freshen und klaren Menschenfotografie, seine Ausbildung hat er beim Lette Verein durchlaufen und die Fotografie ist für Ihn eine Berufung. Einen kleinen Einblick in seinen fotografischen Alltag findet Ihr in seinem Blog und auf seiner facebook Seite. Repräsentiert wird es vom VISUAL ART HOUSE. Viel Spaß mit dem Interview.
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