Wie Signiert man Fotos?

Die Signatur von Fotos ist gar nicht so einfach, denn wo packt man auf dem schönen Bild die Unterschrift hin? Diese sehr gute und durchaus berechtigte Frage stellte Maze in den Kommentaren zur letzten, durchaus kühnen Behauptung, dass Fotos ohne Unterschrift wertlos sind. Es ist ja nicht wie in der Malerei, bei der die Unterschrift ins Bild gemalt wird. Werden Fotos überhaupt signiert, oder fügt man ein Zertifikat der Echtheit hinzu?

Das Problem der Signatur

Fotos auf der Front zu signieren, also auf dem Bild selbst, gilt als unprofessionell (Fotos, nicht Malerei). Diese Regel kann natürlich im Rahmen der künstlerischen Freiheit auch gerne gebrochen werden, denn letztendlich hat der Künstler immer das letzte Wort. Bei einem gerahmten Foto mit einer limitieren Auflage sollte auf der Rückseite des Bildes unterschrieben werden. Eine Edition ist die Beschreibung für eine bestimmte Auflage des Bildes, diese muss, wenn man eine limitierte Auflage erstellt, zwangsläufig angegeben werden. Die Unterschrift kann wie folgt aussehen:

Jonathan Rotzi #12/50.

Aufgeschlüsselt: Der zwölfte Druck einer Edition mit einer Auflagenstärke von 50 Exemplaren des Künstlers Jonathan Rotzi. Man muss sich natürlich bewußt sein, dass solch eine Auflage eine Frage der Ehre ist und es ziemlich sinnfrei wäre weitere Drucke zu produzieren, da diese a) Fälschungen wären und b) den Wert der eigenen Arbeit senken würden.
Eine schicke Variante zur Angabe von Auflagenstärke und Druck-Nummer ist einen Stempel zu benutzen um eine weitere eigenständige Note zu addieren.
Genauso schick ist ein extra angefertigtes Zertifikat der Echtheit, denn letztendlich ist ein Kunstwerk als Wertanlage zu betrachten und nicht nur ein Dekoartikel, den gibts nämlich im Baumarkt, Katalog oder Möbelhaus. Sobald man seine Bilder verkauft und ausstellt sollte man sich mit diesem Thema beschäftigen und eine aussagekräftige Strategie überlegen, die man auf jedem seiner Werke wiederholt, denn eine Unterschrift soll ja vorallem eins sein: Unverwechselbar.

3 Kommentare

  1. Ein Thema, dass man sich gut überlegen muss.
    Momentan stellen sich mir ähnliche Fragen, da ich einen Auftrag für einen bekannten Steuerberater mit Bildern unserer Heimatstadt gemacht habe und nun nicht sicher bin, diese als Unikate zu verkaufen, oder mir die Option mehrfacher Verkäufe offen zu lassen… Ne Idee? 🙂

  2. Bei einer Auftragsarbeit ist das immer so eine Sache, da die Rechte ja an den Käufer übergehen können. Wenn du ihm Bilder von Dir selbst verkaufst, die du schon vorher gemacht hast, steht der Edition ja nichts im Wege.
    Die weitere Frage ist, wie hoch die Chance ist weitere Bilder zu verkaufen oder ob es sinnvoller ist für das Orginal einem höheren Preis zu veranschlagen. Bestimmt wäre auch eine kleine Edition möglich (so um 5), würde ich dann allerdings mit dem Auftraggeber absprechen.

  3. @Sven: Bei Auftragsarbeiten ist das eine ungewisse Sache. Zwar können die Nutzungsrechte aber nie das Urheberrecht übertragen werden. Um den Kunden nicht zu verärgern, sollte er zustimmen, wenn du die Werke selbst für künstlerisch kommerzielle Zwecke nutzen willst. Für deine freien Arbeiten solltest du dir eine selbstverpflichtende Struktur zurechlegen – einen sog. Werkaufbau. Mein eigenes Beispiel findest du hier: http://www.photoart.spoerry.ch/auktionen/werkaufbau/

    Du kannst unterschiedliche Editionen herausgeben. Beispiel “Original-Etidition”: Limitierung auf 1 Exemplar würde ich nicht empfehlen. Erstens bleibt sicher ein Exemplar in deiner eigenen Sammlung. Zweitens besteht gerade für unbekannte Künstler die Gefahr, zu billig zu verkaufen – nur um endlich mal was verkauft zu haben.

    Weit akzeptiert ist eine Auflage von 5 Exemplaren (Original-Edition), in klar definierter Grösse, Produktionsart (Pigmentprint/Belichtung/Material/Ausführung wie Rahmen, Passpartout, hinter Glas usw).

    Dann kannst du weitere Editionen herausgeben die – GANZ WICHTIG – von der Original-Edition deutlich abweichen müssen. z.B. kleineres Format, Auflage grösser, andere Ausführung usw. aber immer noch limitiert, handsigniert, mit Zertifikat usw. Also: jede Edition benennen und ausformulieren.

    So kannst du 5 oder mehr unterschiedliche Editionen definieren – und die Verkaufspreise entsprechend staffeln. Wichtig ist, dass du das einmal festlegst und nicht zum Nachteil früherer Käufer veränderst. Limitiert auf XX Exemplare, auf Canvas mit Pigmenttinte gedruckt, gespannt mit Holzkeilrahmen, usw. sind Versprechen, auf die sich besonders Sammler und Galeristen verlassen wollen. Taucht auch nur ein Exemplar mehr auf dem Markt auf, als auf der rückseitigen Nummerierung angegeben, kann dies das Ende für den Künstler bedeuten. Glaubwürdigkeit, Seriösität und Verlässlichkeit können hierbei nicht hoch genug eingestuft werden.

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