Tipps für die Portraitfotografie – Der Portraitfotografie Styleguide

In der letzten Zeit häufen sich hier ziemlich viele Fotobücher. Manche gut, andere eher durchwachsen. Dieses gehört ganz klar in die erste Kategorie: ein gutes Buch. Der Portraitfotografie Style Guide* von Peter Travers und James Chaedle kommt aus England und durch das Titelbild wird Dir schnell klar, dass die Fotografen, die es geschrieben haben, eine etwas größere Nummer sind. Ein Portrait von Samuel L. Jackson ziert das Cover und auch auf den Seiten in dem Buch geben sich einige Stars und Sternchen die Ehre.

Portraitfotografie Rezeptbuch

Gut gelungen an dem Buch ist der Rezeptbuchcharakter. Es ist leicht verständlich, die Idee des Fotograf kommt fix rüber und Du bekommst schnell ein Gefühl für die einzelnen Situationen. Hier geht es weniger um Fotogrundlagen, sondern um einfache Rezepte zum nachkochen. Über ein paar Bilder lässt sich streiten, ob die Bearbeitung so hätte sein gemußt – extremer HDR Look bei Menschen – aber das ist ja überall so. Ingesamt ist das Buch leicht zugänglich, birgt ein paar gute Ansätze und zeigt Dir schnell wo welche Lichter was machen. Schön ist die Idee einen Werkzeugkasten fotografischer Kniffe aufzubauen, die Du immer wieder abrufen kannst. Wichtig wenn Du Menschen fotografierst, die eigentlich keine Zeit habe. Ein nervenschonender Weg um die berühmte halbe Stunde mit einem Star, die am Ende nur 5-10 Minuten sind – da der im Stau stand – zu meistern.

Fotoideen Fastfood – leicht verdaulich und schnell gelesen

Die Stärke ist für mich allerdings auch gleichzeitig eine Schwäche, denn das Buch bleibt stark beim technischen Schwerpunkt und die Motive werden, da pro Bild nur eine Doppelseite zur Verfügung steht, entsprechend kurz behandelt. Es gibt ein großes Bild von dem Foto, ein Licht Setup, die Daten & Fakten und eine kurze Beschreibung zur Situation. Wie kurz? So 100-250 Wörer pro Szene. Klar ist das cool, insbesondere wenn es mal schnell eine neue Ideen sein oder ein anderer Stil getestet werden soll, mich persönlich würden aber die Geschichten hinter den Bildern interessieren. Zum Beispiel die Interaktion zwischen Fotograf und Model, aber das ist hier zuviel gewünscht und das Buch liefert genau das, was es verspricht. Einen Styleguide, also verschiedene Stile und wie Du sie schnell umsetzen kannst.

Die letzten Seiten hätten sich die Autoren aber sparen können, sind sie zu sehr Basics über Ausrüstung und Bildbearbeitung, die nur die Oberfläche ankratzen. Dafür – wenn noch Füllmaterial gesucht wurde – lieber 5-10 mehr Rezepte hinein. Kritiker könnten hier anmerken, dass fast jedes Buch in dem Bild bearbeitet ist und ja, jedes Bild ist nachbearbeitet – aber das gehört zur Fotografie dazu wie die Dunkelkammer zum Schwarzweißfilm – nur das hat nichts mit dem Setup zutun und wie das Bild entstanden ist und dafür musst Du ein anderes Buch lesen. Mir ist ein fokussiertes Buch zu einem Thema lieber als viel Blabla zu Oberflächlichkeiten.

Fazit

Wem ist dieses Buch zu empfehlen? Der Portraitfotografie Styleguide ist sehr hilfreich für Menschenfotografen die neue Ideen und coole Rezepte suchen. Profis finden hier nicht unbedingt etwas neues – jedes Foto wurde ja schon einmal gemacht – aber alle anderen können getrost einen Blick riskieren. Im Gegensatz zu den Büchern aus dem deutschen Raum liegt hier der Stil klar im Reportagebereich – was ich persönlich sexy finde – und weniger im HighEnd Posing Gedöns. Ehrlich, ein bisschen rough und cool. Gute Portraitfotografie und kein Fashion “Scheiß”. Bei amazon kriegt das Buch im Schnitt 4.5 Sterne und wird von den Lesern für den Aufbau gelobt.

Wo findest Du das Buch? Die deutsche Übersetzung kostet 34,90 und findet Ihr in jeder gutsortierten Buchhandlung, egalb ob bei Euch um die Ecke oder bei amazon*.