Digitalfotografie und Bildbearbeitung

Digitalfotografie und Bildbearbeitung gehen Hand in Hand. Jeder Fotograf, der darüber nachdenkt seine Werke zu veröffentlichen, muss viele seiner Bilder nachbearbeiten. Nur die wenigstens Fotos sind perfekt und die Nachbearbeitung gehörte für den Fotografen schon immer mit zum Handwerk. Egal ob es um den Bildraum geht und darum sein Bild zu beschneiden, was in der digitalen Zeit wesentlich leichter geworden ist, oder darum die Farben und Lichter anzupassen.

Die digitale Dunkelkammer

Waren Fotografen früher noch als Verrückte bekannt, die immer in der Dunkelheit agieren und mit gesundheitsbedenklichen Chemikalien spielen um ihre Filme selbst zu entwickeln, ist viel dieses Mythos verloren gegangen. Heute braucht man nicht mehr als einen Monitor, einen RAW Coverter und ein Bildbearbeitungsprogramm und hat seine eigene Dunkelkammer auf 21 Zoll. Das hätte so manche Fotografenehe, die über die Nutzung des Badezimmers in die Brüche gegangen ist, gerettet. Heute kann man wenigstens noch mit dem Partner twittern, wenn man schon nicht mit ihm spricht. Außerdem muss man keine Angst haben mal den Lichtschalter zu berühren. Unter uns gesagt, also von jemanden der schon selbst im Fotolabor gestanden hat um seine eigenen Abzüge zu erstellen: Ja, ein Fotolabor hat Charme. Ja, fotografieren mit Film ist etwas anderes. Ja, es ist ein magischer Moment sobald das Bild sich in der Wanne entwickelt. Ja, es wird weiterhin Nischen geben die von der Filmkamera profitieren, aber: Digitalfotografie ist so schön praktisch. Nicht zu vergessen, der Monitor stinkt nicht so muffig wie manch ein Fotolabor in der Schule oder Uni. Dieses ganze Revival, das viele Fotografen aktuell betreiben, ist einfach der leichteste Weg mal wieder Abstand zu gewinnen und etwas zu machen was, in Zeiten der Handykamera, nicht jeder macht. Für die meisten ist es aber Sinnvoller an ihren digitalen Dunkelkammer Kompetenzen zu arbeiten.

Bildbearbeitung = Selektion

Gerade wenn man Fotokurse gibt hört man von vielen Anfänger sagen: “Ach ich übe noch gute Fotos zu machen, mit der Bildbearbeitung beschäftige ich mich erst später.” Keine gute Idee! Wenn man seine Bilder nicht bearbeitet ist das so, als ob man seinen Film im Drogeriemarkt abgibt und auf die Fotos wartet. Gestatten, Herr Rainer Zufall. Man hat zwar Fotos, aber überlässt das Finish jemand anderem. Schnappschüsse. Vergleichbar mit einem Boxer, der den Trainer die letzten 3 Runden kämpfen lässt, weil er selbst keine Lust mehr hat. Lernen seinen Bildern ein eigenes Finish zu geben ist ein wichtiger Schritt in der Laufbahn eines Fotografen. Lernen, Lernen, Lernen. Digitale Bildbearbeitung ist zum Glück gut im Internet, anhand von vielen Tutorialseiten, dokumentiert.

Die Last der Tutorials

Tutorials sind ein guter Weg um die Lernkurve der digitalen Bildbearbeitung exponentiell zu beschleunigen(nur gute Lehrer sind besser), allerdings muss sich der Fotograf nach den ersten Schritten, die er gelernt hat, von seinen Vorbildern lösen und das Wissen, das er durch die Tutorials erworben hat, in eine eigene Bildsprache umwandeln, um schließlich auf eigenen Füßen zu stehen. Gar nicht so leicht, denn es ist viel einfacher die gleichen Schritte, die automatisch zu guten Bildern führen, zu wiederholen. Tutorials sind Krücken, denn ein großer Teil der Kunst ist nunmal Innovation. Picasso & co haben den Kubismus groß gemacht, heute ist das ein alter Hut. Duchamp hat mit seinen Readymades Alltagsgegenstände in die Kunst gebracht, also auch ein alter Hut. Bei der Fotografie ist der Innovationszwang nicht so groß, und vorallem ist man an das Werkzeug Kamera, wie ein Tischler an das Holz, gebunden. Trotzdem sollte man versuchen Innovativ zu sein! Also, alles lernen und dann das Wissen transformieren und auf eine neue Stufe bringen.

Wo findet man gute Bildbearbeitungstutorials?

Hier sind vier 5 [Dank Dogwatcher] Seiten, vier für die man Englisch lesen muss, eine aus dem deutschen Sprachraum, die sehr viele gute Tutorials haben und die eine Basis für die digitale Bildbearbeitung bieten.

  • PSDtuts – Photo Effects – Auf dieser Seite finden sich massig Tutorials um seine Fotos zu digitalen Kunstwerken umzugestalten. Nicht nur einfaches Post-Processing, sondern das Erschaffen von neuen Welte [eng]
  • Phototuts – Post Processing – Weniger inversive Eingriffe. Anleitungen zur digitalen Nachbearbeitung. [eng]
  • POTN – Post Processing Forum Beiträge – Eine Sammlung von relativ einfachen Post-Processing Tutorials. [eng]
  • Kwerfeldein – Auch auf dem deutschen Blog Kwerfeldein finden sich viele gute Tutorials, die einem den Einstieg in die Bildbearbeitung erleichtern.
  • Meet the Gimp – Die alten Show findet man unter dem Link. Massig Videotutorials zu dem kostenlosen Grafikprogramm Gimp.[eng]

2 Kommentare

  1. dogwatcher

    Und noch zu erwähnen:

    Für diejenigen, die GIMP benutzen, ist..

    http://www.meetthegimp.org

    ..Pflicht! 🙂

    Zahlreiche Video-Tutorials, sehr viele davon mit einem direkten Bezug zur Fotografie.

    Momentan zwar etwas ruhiger dort bezüglich neuer Beiträge, aber das liegt wohl daran, dass der Macher gerade umgezogen ist.

  2. Und schon wieder ein Kommentar der es Wert ist, den Inhalt in den Artikel zu setzen 🙂

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