Heute haben wir Muriel Liebmann im Interview, eine Fotografin die sich auf Fashion und People Fotografie spezialisiert, und uns heute von Ihrer Leidenschaft der Fotografie erzählt.
Hallo Muriel, wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die dich nicht kennen!
Hey, mein Name ist Muriel Liebmann. Ich lebe und arbeite seit bald 10 Jahren in Hamburg, komme gebürtig noch weiter aus dem Norden. Meine erste Kamera, eine Minolta Spiegelreflex, bekam ich im Alter von 10 Jahren von meinem Vater geschenkt. Seitdem fotografiere ich, und kann mir das Leben ohne es in Fotos festzuhalten, kaum mehr vorstellen. Gelernt habe ich anfangs in einem ganz anderen Bereich, als ich jetzt fotografiere, bei einem Interieurfotografen. Danach wollte ich raus in die Welt, frei assistieren und reisen so viel es geht. Für meine eigenen Projekte lasse ich mich von fremden Orten, besonderen Lichtstimmungen, alten Fotografien und den Menschen um mich herum inspirieren.
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Heutiger Gesprächspartner ist Robert Maschke, seines Zeichens Fotograf mit dem Blick für Details und einem Schwarzgurt in Photoshop.
Hallo Robert, wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die dich nicht kennen!
Geboren 1979 in Wien, wohnhaft in Köln/Berlin, Berufsfotograf aus Leidenschaft. Mit meinen Bildern versuche ich, Emotionen zu bewegen und übliche Schallmauern zu durchbrechen. Fotografieren ist dabei wohl der Hebel, der mein Lebendigsein auf Go setzt. Ich tauche dabei in eine andere Welt, und erinnere mich. Zum Beispiel an die Musik im Treppenhaus und den Blick unter dem Kopftuch der Frau an der Bushaltestelle von heute morgen. An Bilder, die ich gesehen, Bücher, die ich gelesen, Menschen, die ich getroffen, Situationen, die ich beobachtet und Momente, die ich geliebt habe. All dies ist mein gespeichertes Kapital. Davon lebe ich in meinen Bildern. Oder kurz gefasst: ich fotografiere, weil ich lebe. Und ich lebe, weil ich fotografiere.
Wann hat es bei Dir klick gemacht und Du wusstest: Fotografie ist das, womit ich meinen Lebensunterhalt bestreiten will? Welche Steine musstest Du auf Deinem Weg beiseite räumen?
Professionalisiert habe ich die Fotografie spätestens 2008, als erste Bilder von mir in Magazinen veröffentlicht wurden. Danach folgten schnell auch Auftragsarbeiten. Ich hab’ schon eine Menge gänzlich anderer Jobs in meinem Leben gemacht, konnte aber Arbeit und Leben nie so gut verbinden wie in der Fotografie. Man sagt, „manche Menschen leben für die Arbeit, manche arbeiten, um zu leben“, für mich ist beides einfach eine Sache geworden.
Im Text zur Charity Versteigerung des Fotos von Lucy Diakovska steht: “Fotografie, die etwas bewegt, ist letzten Endes kein Resultat der Technik, sondern eine Gabe des Herzens.” Was ist für Dich die wichtigste Eigenschaft eines Fotografen, und warum?
Ich denke, die wichtigste Eigenschaft ist es, das Bild, das einem im Kopf vorschwebt, mit Hilfe von Kamera und Nachbearbeitung so weit wie möglich umzusetzen. Allerdings benötigt es auch die Grundvoraussetzung, hinter die Oberfläche in die Tiefe, also symbolisch umschrieben „mit dem Herzen sehen“ zu können.
© Robert Maschke
Ist nach dem Erfolg der Versteigerung ein weiteres Projekt für den guten Zweck geplant? Vielleicht sogar eine Serie?
Das wird sicherlich nicht das letzte Projekt gewesen sein. Einige neue Ideen sind bereits geschaffen und aktuell in interner Planungsphase. Spätestens zur nächsten besinnlichen Zeit wird es wieder eine Aktion geben.
Bilder Post Processing – Automatisieren, outsourcen oder doch lieber selbst machen?
Für mich ist das Post-Processing genau so wichtig wie das Fotografieren im Vorfeld, daher würde ich das in der Regel nicht auslagern. Bei Großprojekten ist das zeitlich jedoch nicht immer realisierbar. Dann erstelle ich eine erste Bearbeitung, und lasse die restlichen Bilder diesem Stil anpassen. Kommt allerdings eher selten vor. Automatisieren steht für mich absolut außer Frage, höchstens um den Rohdaten einen „ersten Schliff“ zu verpassen und dem Kunden eine Tendenz vom Look zu demonstrieren. Am Ende gewinnt jedoch immer die Feinarbeit, das wird keine Stapelverarbeitung jemals ersetzen bzw. vereinfachen können.
© Robert Maschke
Bei vielen Fotografen bleibt durch das fotografieren und am Rechner nachbearbeiten die Fitness auf der Strecke. Wenn man Dich auf Fotos sieht, erweckst Du nicht diesen Anschein. Verrate uns Dein “Geheimnis”!
Ich muss lachen
Nun gut, mein Vorteil liegt sicherlich darin, dass ich über 10 Jahren Kraftsport gemacht habe und meine Statur dementsprechend gebaut ist. Jedoch komme ich seit 1-2 Jahren gar nicht mehr wirklich dazu, und das macht sich auch langsam bemerkbar
Ich habe mittlerweile keine „geregelten Arbeitszeiten“ und auch keinen geregelten Tag/Nacht-Ablauf … da fällt es auch mir oftmals schwer, sich regelmäßig zum Sport aufzuraffen.
Was hat es mit dem Veritas auf Deinem Arm auf sich? Nimmst Du nur die Wahrheit mit Deiner Kamera auf?
Veritas ist tatsächlich ein wichtiger Teil meiner Fotografie und auch meiner Lebensphilosophie. Abseits der oftmals angepassten Hülle unserer Gesellschaft will ich den wahren Kern sehen, in Bildern, in Menschen, in Situationen … Keine Reproduktionen immer gleich schöner Kopien. ‚Veritas’ in der Fotografie bedeutet für mich, Mut zur Wahrheit und Tiefe zu haben, die oftmals abseits des Mainstreams liegen. Ein gutes Bild hält das Leben in genau jenem Augenblick so
gefühlsecht wie möglich fest, muss aber gleichzeitig auch wieder genau soviel Freiraum geben, dass es zum Kontakt mit dem wahren Leben auffordert. Die Kunst dabei ist es, diesen Kern der Lebendigkeit zu bewahren und nicht zu verfälschen.
Welchen Tipp kannst Du einem Anfänger geben, der seine Fotos sofort verbessert?
Nicht so sehr auf das teure Equipment verlassen, mit wenig geht viel mehr, als man glauben mag … Kreativität fängt beim Umgang mit den vorhandenen Mitteln an. High-touch ist für mich viel entscheidender als Hightech. Sehr wichtig ist der Biss, eigenen Stil zu entwickeln und am Puls zu bleiben. Im Englischen hört man oft den Spruch “Think outside the box”. Ja, ich gehe sogar noch weiter und würde sagen: „Think like there is no box.“ Letzten Endes existieren in der Fotografie keine zehn Gebote. Höchstens eines: Glaube an dich und bleibe dir selbst treu. Und wie Robert Capa sagte: „Wenn ein Bild nicht gut ist, geh näher ran.“ Für mich gilt das oft schon beim Fotografieren selbst, nicht nur beim Betrachten von Bildern.
Bei ein paar Milliarden Fotos im Netz, wie siehst Du die Zukunft für Fotografen? Und was kann ein einzelner noch machen, um in diesem Meer wahrgenommen zu werden?
Interessantes Thema, über das ich ein eigenes Interview geben könnte. Es wird immer einfacher, „irgendwie schöne Bilder“ zu machen, sei es durch Software oder Apps der Smartphones. Dadurch laufen die wirklich guten Bilder tatsächlich manchmal Gefahr, leichter unterzugehen. Meiner Meinung nach wird sich Qualität aber dennoch letzten Endes immer als langlebigeres Prinzip gegenüber Quantität durchsetzen. Konzentrierte Arbeit und ehrliches Bemühen sind noch immer die Parameter, die über den Erfolg einer jeden Arbeit entscheiden. Wenn du nicht in der breiten Masse untergehen willst, musst du Qualität und auch Individualität zu deinem täglichen Gebet machen. Unabhängig ob es eine Kommerz- oder Kunstform ist, mit der du dich auseinandersetzt. Wer das freie Leben und den Höhenflug eines Adlers leben will, muss sich aus der Rolle des angepassten Herdentiers herauswagen, um nicht als Eintagsfliege zu enden. Bedeutet: Mach’ das, was du dich vielleicht nicht traust, weil es nicht der Norm entsprechen könnte! In einer Schafherde sticht auch immer nur das schwarze Schaf wirklich raus
Trau’ dich, anders zu sein, lass’ dich inspirieren, aber kopiere nicht. Nacheifern ok, Nachmachen Nogo!
© Robert Maschke
Hier die schnellen 5:
1.Bauch oder Kopf?
Die Kunst ist es, beides in Einklang zu bringen. Gelingt mir nicht immer … und wenn nicht, dann ziehe ich den Bauch vor. (Passt halt auch mehr rein!) ![]()
2.Handwerker oder Künstler?
Ich kann beides, kommt auf den Job an. Aber im Herzen: Künstler.
3. Schach oder Poker?
No Risk, No Fun – lieber Poker! Mit einer Prise Schach! ![]()
4. Festbrennweite oder Zoom?
Festbrennweite – für gute Bilder muss man sich bewegen! ![]()
5.Boxen oder MMA?
Boxen, hat einfach mehr Stil.
Welche Frage hätten wir Dir noch stellen müssen? Und was ist die Antwort?
Keine Frage ohne die berühmte Gegenfrage
Ich vertausche gerne mal die Rollen, und frage Euch: Auf welche Art und Weise (Bilder, Projekte, Erweiterungen etc.) würdet Ihr gerne mehr von meiner Fotografie sehen? Ich mag den Dialog mit anderen Menschen, Anregungen nehme ich immer gerne über meine öffentliche Facebook-Seite entgegen.
Vielen Dank für Deine Zeit und viel Glück mit all deinen zukünftigen Projekten.
Vielen Dank, hat mir Spaß gemacht!
Findet Robert hier:
offizielle Webseite: robertmaschke.de
facebook: Robert Masche Photography
Twitter: @robertmaschke
Klaus Pichler ist vieles, aber nicht langweilig und ohne Hobbies: Schimmelzüchter, Schrebergartenaufmischer mit geringem Kriminalitätspotential, Kanalisationsdurchforster, hinter die Kulissen-Schauer und Indienreisender, um nur einen kleinen Querschnitt zu nennen, denn da gibt es mehr. Bei all diesen Projekten ist er immer mit seiner Kamera bewaffnet (und das als ehemaliger Zivi) und wer sich so über meine Interviewfragen freut, hat sowieso einen Stein bei mir im Brett. In diesem Sinne, genießt die Frage und Antwort Stunde mit dem sympathischen Fotografen aus Wien:
Klaus Pichler: Solche Interviews bekomme ich nicht alle Tage, super! Und ich lege gleich los, ok? Und der Abschluss gleich auch noch oben. Passt dir das so?
Sven Goder: Na Sicher!
Es war mir ein Volksfest, deine Fragen zu beantworten! Danke!
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Im heutigen Interview haben wir Pixeldreamer, der schon seit 2007 sein eigenes Fotoblog betreibt, in dem er immer offen und ehrlich seine vor und nach der Dunkelkammer Fotos präsentiert.
Hi Klaus, vielen bist Du wahrscheinlich besser als Pixeldreamer bekannt. Erzähl uns doch bitte in einem kurzen (Ab-)Satz etwas über Dich und Dein Leben mit der Fotografie.
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Heute haben wir Henning Heide im Interview, der von Banrap repräsentiert wird. Der junge Fotograf aus Hamburg ist gerade aus Äthiopien zurück gekommen und hat uns für dieses Interview sogar ein bisher noch nicht veröffentliches Foto zur Verfügung gestellt. Das Aufmacher Foto zu diesem Artikel ist in Äthiopien in Shashamane entstanden, dem heiligen Land der Rastafaris. Lest mehr über Henning’s Gedanken rund um die Fotografie, Reisen und das Leben im folgenden Interview.
Hallo Henning, dann fangen wir das Interview mal mit der allumfassenden Frage an:
Wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die Dich nicht kennen!
Hallo, mein Name ist Henning Heide, Fotograf aus Hamburg mit dem Schwerpunkt People, Portrait und Landschaft. Ich bin 32 Jahre alt und fotografier nun mein halbes Leben. Fotografie ist die wichtigste Konstante in meinem bisherigen Leben gewesen und auch das weitere ist ohne Bilder machen und anschauen nicht vorstellbar.
Du bist ja gerade aus Äthiopien zurück, ist das Land eine Reise wert? Die meisten Europäer kennen das Land ja wahrscheinlich nur von Schreckensmeldungen aus den Nachrichten. Ich bin mir aber sicher, es gibt dort noch viel mehr, und vorallem auch Gutes.
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[To read this interview in English follow this Link.]
Serge Ramelli würde, wenn es für Photoshop Gürtel wie im Kampfsport gebe, mit Sicherheit den schwarzen tragen. In diesem Interview erzählt er wie er zur Fotografie gekommen ist, wem er seine Photoshop Skills zu verdanken hat, wie sich Fotografen für die Zukunft wappnen können und vieles mehr. Aber lest selbst:
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Steffen Böttcher, besser bekannt als der Stilpirat, ist jemand der kein Blatt vor den Mund nimmt wenn es um die Fotografie geht, oder gar um die Nordheide. Als passionierter Analog- und Hochzeitsfotograf hat er einen langen Weg über verschiedene Etappen in der kreativen Industrie hinter sich gebracht und nennt sich inzwischen: Fotograf. Neben seiner Arbeit hat er Zeit gefunden und ein paar Worte mit der digitalen Fotoschule gewechselt.
1. Wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die dich nicht kennen!Mein Name ist Steffen Böttcher. Ich wohne in der Nordheide – südlich von Hamburg. Fotografieren ist nicht nur mein Beruf – es ist meine Leidenschaft. Mir fällt es schwer “abzuschalten” und nicht darüber nachzudenken. Ich bin als Hochzeitsfotograf unterwegs, aber auch im Bereich Reportage-, Konzert- und Porträtfotografie. Ich hab irgendwo mal gelesen: “Wenn ich fotografiere bin ich glücklich” – das trifft es sehr gut!
2. Du bist seit ca. 10 Jahren Freelancer, was ist für Dich der erste Schritt um seine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Was würdest Du einem Fotografen oder Designer empfehlen der sich Selbstständig machen will?
Der erste Schritt ist um seine Leidenschaft zum Beruf zu machen ist überhaupt erstmal “Leidenschaft”. Wenn die da ist, frag dich selbst, ob der Grad der Leidenschaft ausreicht, dich dieser Sache komplett hinzugeben. Mit Halbherzigkeit kommst Du nicht weit. Als Selbstständiger stehst Du im Ring mit Dir selbst und tausend anderen. Gerade im Bereich der Fotografie kommst Du nicht weit, wenn das vordergründige Ziel die “Gewinnmaximierung” ist. Die primäre Idee dahinter sollte in jedem Falle sein: “Das ist es womit ich mein Leben füllen möchte.”
3. Hast Du vorher etwas “vernünftiges” gelernt oder warst Du in der “kreativen” Festanstellung? Wie hat sich das Freelancer-Leben bei Dir ergeben?
Ich hab eigentlich Industriekaufmann gelernt, was als Freelancer natürlich nicht unnützlich ist. Ich hab damals in einer kleinen Agentur als Projektleiter gearbeitet und mich immer gefragt, warum ich das nicht für mich selber mache. Damals hab ich zunächst den Weg des Grafikdesigners eingeschlagen und hatte sofort gut zu tun. Später fing es mich tierisch an zu nerven, daß ich Gestaltungen nach Wunsch des Kunden umsetzen sollte, die aus meiner Sicht keinen Sinn machen… (“Bitte das Logo noch größer”) Da ist so unendlich viel gestalterischer Müll unterwegs, weil sich die Verantwortlichen entweder selbst entfalten wollen oder den kenntnisfreien Anordnungen der Vorgesetzten unterwerfen… Ein permanenter Kampf und unendliche Diskussionen… Ich war “durch”…
4. Früher Grafikdesigner, heute Fotograf und Blogger. Das sind ja beides nur Berufsbezeichnungen, wie beschreibst Du Dein kreatives Wesen?
Ich bin ein “Stilpirat” – das trifft es am Besten. Dahinter steckt eigentlich genau das kreatives Wesen. Jeder von uns – also auch ich – ist voller Ideen und Eindrücke die dir von aussen “über den Weg laufen”, die dich fesseln, dich beschäftigen. Bewusst oder unbewusst fliessen Arbeiten und “Stile” anderer Künstler und Fotografen in deine eigene Arbeit ein. Du packst Dir die Beute in den Frachtraum und zehrst davon. Ist der Frachtraum leer, machst du dich auf – Neues zu entdecken und enterst andere Schiffe… ein Stilpirat eben.
5. Als kreativer Mensch kennt wohl fast jeder den inneren Widerstand: das Verschieben, das Vermeiden um ja nicht seiner Muse zu folgen. Wie schaffst du es Dich nicht von Deinen Zielen ablenken zu lassen?
Ganz ehrlich? Ich folge meiner Muse! Mir geht es nicht um Reichtum sondern um Glückseligkeit. Mein Ziel ist glücklich zu sein bei dem was ich tue und nie einen Tag meines Lebens zu verschleudern.
Folge ich meine Muse bin ich glücklich. Bin ich glücklich, hab ich mein Ziel erreicht.
6. Wie sieht dein Workflow aus? Wieviel Zeit verbringst Du in Deiner digitalen Dunkelkammer?
Ich versuche eigentlich immer die Zeit in der “digitalen Dunkelkammer” zu reduzieren. Mittlerweile hab ich ein 1:1 Verhältnis. 1 Tag Shooting macht 1 Tag Nachbearbeitung. 2 Stunden Porträtshooting macht 2 Stunden Nachbearbeitung. Das lässt sich ganz gut kalkulieren und dem Kunden gegenüber gut argumentieren.
Ich nutze primär Lightroom und bin ganz fix dabei. Mein fotografischer Stil ist ja weniger ein “Hochglanz-bis-in-alle-Ecken-scharf” sondern eher – vorsichtig formuliert – “lebendig”. Insofern spare ich mir das ganze Pixelgeschiebe.
7. Hochzeitsfotografie! Auf Deinem Blog sind ja in letzter Zeit massig klasse Bilder von Hochzeiten zu sehen, was kommt bei den Brautpaaren besser an, deine Nachbearbeitungen oder Hochglanz-Bilder?
Meine Brautpaare stehen bei mir vor allem auf die eingefangenen Momente – das sagen sie jedenfalls in den meisten Fällen.. Mir ist die Bildaussage und das Storytelling wichtiger als ein f8 – knackscharfes Brautkleid in korrekt wiedergegebenen Farben. Die Zahl der Brautpaare, denen mein “verwaschener” Stil gefällt ist nahezu 100%. In den überwiegenden Fällen kommen sie gerade deswegen zu mir.
8. Fotografierst Du auf Hochzeiten auch analog oder bleibt dafür keine Zeit?
Manchmal hab ich da Bock drauf! Allerdings passt es nicht immer ins Zeitraster. Digital ist ja wesentlich schneller. Ich will auf jeden Fall in Zukunft auch mal mit Polaroids arbeiten und diese dann per Emulsionslift nachbearbeiten…
9. Hochzeitsfotos sind ja eine Mischung aus Planung und Momentaufnahme. Welche Wünsche können Dir zukünftige Hochzeitswillige erfüllen?
Mein größter Wunsch – und den formuliere ich auch immer recht deutlich beim Vorgespräch – ist, den Tag laufen zu lassen und sich selbst zu lieben und zu feiern. Ich bin nur dazu da, das erlebte festzuhalten und genau so einzufangen, wie die Beteiligten den Tag erlebt haben.
10. Wieviele Helfer brauchst Du inzwischen um Deinen ganzen Kram zu schleppen? Was sind die Gadgets/Objektive/Zubehör die Dir: a) bisher am meisten geholfen haben und b) die Du immer wieder umsonst mitgeschleppt hast?
Ich bin gern mit einem Assistenten unterwegs. Ich brauch jemand der mir den Koffer mit den Objektiven hinterher trägt und das Licht hält. Ich lasse mich nach dem Job auch gern nach Hause fahren. Wenn Du 14 Stunden geackert hast ist es eine Wohltat im Auto die Schuhe auszuziehen und zu träumen…
Mein Lieblings-Gadget ist mein Beauty-Dish den ich gern und oft einsetze- Das Licht aus dem Ding ist einfach immer geil! Du machst nie was falsch, wenn Du das Ding einsetzt.
Was ich immer dabei hab und erst 2 Mal eingesetzt habe, ist mein California Sunbounce Pro. Ich hatte irgendwie immer Pech, das die Sonne gerade an den Tagen nicht schien, wo ich ihn gern eingesetzt hätte…
11. Wo wir gerade kurz bei analoger Fotografie waren, wie groß ist Dein Fotolabor, das übliche Badezimmer? Wieviele Filme verschießt Du so ca. im Jahr und wieviele Digitalfotos machst Du im Vergleich?
Vielleicht kann ich es so beschreiben: Privat fotografiere ich analog. Beruflich digital. Ich liebe die Entschleunigung analoger Fotografie. Ohne sie hätte ich irgendwie das Gefühl nicht hinterher zu kommen. Wieviel Filme ich im Jahr verknipse kann ich Dir gar nicht sagen. Ich hab mal über meinen Blog dazu aufgerufen mir doch abgelaufene Filme, die oft noch im Regal liegen, zuzusenden. Dies führte dazu, daß ich irgendwann wirklich einen ganzen Karton Filme zusammen hatte… Aaah – da fällt mir ein: Der Bestand neigt sich dem Ende zu! Also – wenn Ihr noch irgendwo alte Filme rumliegen habt, werft sie nicht weg! Schickt sie mir
Mein “Foto-Labor” ist übrigens das Gästeklo – fensterlos – ich entwickle ja nur die Filme und scanne sie dann ein… Zum Ausprinten fehlt mir leider die Zeit.
Wieviele digitale Bilder ich im Jahr schiesse, kann ich Dir dagegen sehr genau sagen: Knapp 100.000 – die Kamera zählt ja mit.
12. Bei ein paar Milliarden Fotos im Netz, wie sieht die Zukunft für Fotografen aus und was kann ein einzelner noch machen, um in diesem Meer wahrgenommen zu werden?
Ganz ehrlich? Keine Ahnung! Ich fotografiere viel und gern und liebe es die Fotos in meinem Blog oder auf Flickr zu zeigen und mit anderen Fotografen im Austausch zu treten.
Ich bin 100% davon überzeugt, daß sich ein guter Fotograf gegen den Rest durchsetzt – mit oder ohne Internet. Ich verrate jetzt mal ein Geheimnis: Die Mehrzahl der Jobs – und das sind dann meistens auch die lukrativsten und schönsten Jobs – kommen über Empfehlung und nicht über das Internet.
13. Was ist Dein Plan/Traum für die nächsten 6-12 Monaten?
Ich steige gerade ins analoge Großformat ein. Nicht weil ich Fotos in größerer Auflösung brauche, sondern weil ich es verstehen will. Fotografie wurde im Großformat erfunden. Ich hoffe, daß mich die Auseinandersetzung mit diesem Format fotografisch weiterbringt und mir neue Gestaltungsspielräume eröffnet. Mein Traum ist, das genau dies eintritt.
14. Das hier ist jetzt mal Deine Frage, die du auf Kopfbunt hinterlassen hast:
Du wirst auf Zeitreise in die Vergangenheit geschickt und darfst nur eine A4 Seite (Foto, Gestaltung, Design, Zeitung – egal) aus unserer Zeit mitnehmen. Was zeigst Du unseren Vorfahren?
Ein weisses Blatt Papier. Ich sage ihm : “Gestalte Du es. Das ist Deine Zukunft. Nicht die von jemand anders.”
15. Wie machen sich Deine Kinder? Du bist ja der Sohn eines Fotografen, genau wie Deine Kinder. Sind die auch schon kreative Freibeuter?
Man hofft das ja immer. Allerdings hab ich eine Regel: Ich unterstütze alles das wofür sie eine Leidenschaft entwickeln. Es ist ihr Leben – nicht meins. Mein Sohn (5) will unbedingt Forscher werden. Komischerweise schon seit 2 Jahren. Meine Tochter (3) Prinzessin. Ich denke sie wird das schaffen.
16. Nenne uns bitte ein Buch, welches das Leben unserer Leser verändern wird. Egal ob Roman oder Sachbuch.
Ach Quatsch! Das Leben verändern? Das ist ein bisschen viel. Vor 20 Jahren hätte ich vielleicht geantwortet “Der Fänger im Roggen” von Salinger oder “Unterwegs” von Karouac.
Die beiden Bücher haben mich schwer geprägt.
Heute versuche ich das Internet durchzulesen. Ist ganz schön viel, Mal sehen, ob ich es schaffe.
17. Welche Frage hätten wir Dir noch stellen müssen? Und was ist die Antwort?
Es fehlt in der Tat eine Frage die mir immer wieder gestellt wird und die ich hier endlich mal beantworten will: Ist Nikon oder Canon besser?
Meine Antwort darauf ist “ja!”
Vielen Dank für Deine Zeit und viel Glück mit all deinen zukünftigen Projekten.
Gern! Danke sehr!
Christoph ist die kreative Person hinter Jeriko, einem der interessantesten Fotografie Blogs im deutschsprachigen Raum. Mit dem Fokus auf gute Fotos und genug Motivation die eigenen Leser für Wettbewerbe zu begeistern hat er letzte Woche die Zeit gefunden ein paar Fragen für die digitale Fotoschule zu beantworten.
Wir würden uns über einen (Ab-)Satz zu deiner Person freuen, für all die Leute die Dich nicht kennen.
Ich bin Christoph, 28 Jahre jung, ursprünglich aus Köln, wohne aber mittlerweile in Berlin und arbeite dort als selbstständiger Programmierer für Webanwendungen und als Administratür für Spreeblick. Zur Photographie bin ich irgendwie über mein Blog gekommen, da mich Photos schon immer gereizt haben. Vor ziemlich genau einem Jahr dann habe ich mir nach langer Überlegung eine gebrauchte Nikon D60
geleistet und einfach angefangen. Und seit dem hat mich das nicht mehr losgelassen.
Als was siehst Du Dich: Fotograf, Designer oder Blogger?
So eine Mischung zwischen Fotograf und Blogger. Beides sind für mich Hobbies, die ich zu gleichen Teilen betreibe, und die mir auch nach all der Zeit immer noch sehr viel Spaß machen. Nach außen hin ist aber die Wahrnehmung als Blogger wohl größer, schon allein weil meine Photos sicher nicht mit denen anderer mithalten können. Aber ich lerne ja jeden Tag noch dazu.
Am Anfang war Jeriko ja noch ein buntes Pottpourie an Themen, hat sich jetzt aber auf kreativen Augenschmaus fokussiert. Wie hat sich das so entwickelt?
Ich hab Jeriko mal als meinen ganz eigenen Sandkasten bezeichnet, in dem ich entscheide, was dort passiert. Das hat sich nicht geändert, ich schreibe nach wie vor über das, was mich interessiert. Angefangen hat es 2006, ich habe damals noch über Gott und die Welt geschrieben, es folgte mehr oder weniger Tagebuch-bloggen – einige meiner besten Texte sind wohl aus der Zeit – und über den Nerd- und What-The-Fuck-Kram bin ich dann im Sommer 2009 irgendwann zur Photographie gekommen. Das war auch gleichzeitig das erste Mal, dass ich mir wirklich sicher war mit dem, was ich dort tue. Es ist nur eine Randnotiz, aber mein aktuelles Design ist jetzt über ein Jahr alt, während ich sie davor nach spätestens drei Monaten gewechselt habe. So gesehen auch eine Art Symbol dafür, dass ich das, was ich mache, gut finde.
Wieviel Zeit schenkst Du Jeriko so in einer normalen Woche? Wieviel schenkst Du Deiner Kamera?
Völlig unterschiedlich, wie es meine Zeit eben erlaubt. Üblicherweise ein Stündchen am Tag, kommt aber auch schon mal vor, dass ich eine Woche lang beides nicht anrühre. Ich zwinge mich zu gar nichts.
Aus Deiner Masse an Projekten, was ist Dein Lieblingsprojekt?
Ha, welche Masse!?
Müsste ich wählen, dann wahrscheinlich Ausdruck, das kleine Blogmagazin, was ich Ende letzten Jahres zum Download angeboten habe. Es war eine Schnapsidee mit anfänglichen Schwierigkeiten, die mich außer Zeit und der Bereitschaft, mal was neues auszuprobieren, ja nichts gekostet hat. Und die Resonanz darauf war wirklich überwältigend.
In der Jeriko Flickr Gruppe gibt es inzwischen über 4000 Fotos, hättest Du damit am Anfang gerechnet?
Klar.
Okay Spaß beiseite, dafür, dass ich die Gruppe derzeit ein wenig vernachlässige, freut es mich natürlich sehr, dass immer noch sehr viele dort ihre Photos einstellen. Auch dass ich mittlerweile kaum noch moderieren muss – es hat sich, denke ich, schon ein gewisser Stil entwicklelt.
Du siehst ja viele Fotografen Portfolio’s und Bilder. Was für Tipps würdest Du einem Fotografen, der am Anfang steht und gerne im Internet wahrgenommen werden möchte, geben?
Vernetze dich. Von selber kommt niemand zu dir, also kommentiere bei anderen, lern sie vielleicht über Facebook kennen, bei Flickr, bei Twitter, was du eben nutzt. Und sei dabei immer, wirklich immer freundlich und vor allem du selbst – niemand will gekünstelten Mist in seinen Kommentaren sehen, bei denen klar ist, dass es nur um die eigene Bereicherung geht. Die Leute wollen sehen, dass hinter den Texten, den Kommentaren, den Bildern ein Mensch mit Persönlichkeit steckt. Alles andere ist nur PR, die als solche sofort entlarvt wird.
Deine Gedanken zu: Streetfotografie.
Wahrscheinlich die “ehrlichste” Form der Fotografie, dennoch denke ich, dass beide Seiten – Fotograf wie Fotografierter – damit einverstanden sein müssen. Schließlich möchte ich auch nicht, dass irgendwer einfach so Photos von mir macht. Zugegeben, ich frage auch immer erst hinterher, aber ich tue es. Ein wenig Freundlichkeit kann nie schaden, und es bilden sich unter Umständen sogar ein paar tolle Diskussionen aus einer simplen Frage.
Nenn uns ein Buch, welches das Leben unserer Leser verändert! Egal ob Roman oder Sachbuch.
Spontan: American Psycho von Bret Easton Ellis. Ob das Leben verändert kann ich nicht sagen, aber ich kenne kein anderes Buch, was die Oberflächlichkeit und die Langeweile einer Gesellschaft, die sich nur über Äußerlichkeiten definiert, besser in Worte fasst als dieses. Das perfekte Beispiel dafür, wie man nie werden sollte.
Vielen Dank für Deine Zeit und viel Glück mit Deinen zukünftigen Projekten.
In unserer Runde erfolgreicher bloggender Fotografen stellen wir Euch heute Martin vor. Er war so nett unsere Fragen ohne Murren zu beantworten, und hatte sogar noch seinen eigenen Korrekturleser, na wenn das mal kein Service ist. Bekannt geworden ist er wohl durch seine Farbwolke, auf der er viele verschiedene Seiten und Werke von Kreativen sammelt und vorstellt. Zu den Fragen:
1. Wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die dich nicht kennen!
Ich bin ein im Jahrgang 84 geborener Leipziger, der die Fotografie sehr mag. Ansonsten ein Mediengestalter, der viel Kreatives auf www.farbwolke.de veröffentlicht. Ich twittere gerne und bin über Facebook zu erreichen.
2. Wo siehst Du Deinen Schwerpunkt: Fotografie, Design oder Bloggen? Oder professioneller Twitgriller?
Ich mach so viel, so gern. Ich mag es unkonventionelle Bilder zu machen, aber auch das Organisieren eines Events, wie das Leipziger Twitgrillen. Ich glaube, die Summe aller Dinge macht mich glücklich und zu dem was ich bin. Ich würde auch ohne Design & Fotografie bloggen, aber ob sich dann jemand dafür interessieren würde, wäre dann die 2. Frage.
3. Bei Deinen Bildern kommt eigentlich gar nicht die Frage ob Du Handwerker oder Künstler bist auf, da sie alle sehr künstlerisch angelegt sind. Machst Du auch Auftragsarbeiten?
Die Fotografie hat sich bei mir in den letzten Jahren sehr verstärkt. Ich selbst habe sonst als Gestalter gearbeitet. Mittlerweile aber kommen auch Anfragen und kleinere Aufträge mache ich sehr gerne. Oft sind meine Shootings auf TFP Basis. Ich muss halt differenzieren: Bringen mir die Bilder was für mein Portfolio?
4. Wie sieht Dein kreativer Workflow aus? Wie ist das Verhältnis von der Aufnahme zur digitalen Dunkelkammer? Was für Programme verwendest Du so?
Ich mag es nicht, zu retuschieren. Ich finde, in der Retusche eines Bildes geht der Charakter des Menschen verloren. Menschen haben Hautunreinheiten im Gesicht. So sind wir. Dagegen verändere ich aber oft und gerne die Lichtstimmung in einem Bild. Ich mag es Bilder zu crossen und an den Farbreglern hin- und herzuspielen. Dabei steht bei mir immer der Mensch im Vordergrund. Zu einem schreienden, glatzköpfigen Tankstellen-Wart passt eben eine düstere Stimmung. Zu einem großen, kindlichen Model passt dann vielleicht eher die Schaukel.
5. Farbwolke ist ja eins der großen Kreativblogs im deutschsprachigen Raum. Auf den ersten Blick erscheint es so, als ob es ein reines Leidenschaftsprojekt ist. Irgendwelche Pläne mit der Leidenschaft ein paar Euro zu verdienen? Oder klappt das schon? Im englischen Raum werfen die großen Blogs wie Abuzeedo ja richtig Geld ab.
Eigentlich lief es ja im Jahr 2007 so: Ich hab mit ein paar Freunden privat unter www.gedankenblase.de gebloggt (mittlerweile auch wieder). Ich brauchte aber Raum, um meine kreativen Links und Videos irgendwo zu teilen. Dann kam mir die Idee zu www.farbwolke.de. Pure Leidenschaft.
Ein wenig Geld verdient man darüber schon. Das fällt natürlich unter die Aufwandsgrenze. Aber mit diesem Blog haben wir es geschafft, eine kleine kreative Insel im deutschen Web zu schaffen. Sie ermöglicht es mir auch mal, über einen Presseausweis, auf die Photokina zu kommen. Solche netten Annehmlichkeiten gleichen dann diesen “Blog-Stress” teilweise aus.
Wir hatten auch mal ein Verkaufsangebot, was bei ca. 5000 € lag. Was ich aber dankend abgelehnt habe. Ich verkaufe doch nicht mein Herz.
6. Wie war die Resonanz auf Euren 24 Stunden-Tag? Jede Stunde ein Post hört sich wie ein Mammutprojekt an.
Ich selbst habe alle 24 Beiträge geschrieben. Man braucht schon so 3-4 Tage um alles fertig zu machen. Während der 24 Stunden freut man sich eigentlich nur über die Resonanz und die hohen Besucherzahlen. Gerade auch, wenn man es zum 2. mal macht und merkt, man erreicht noch mehr Besucher als beim 1. Dieses mal waren es so ca. 3500 Besucher.
7. Wie sieht Deine Zukunft aus? Neue Projekte am Start? Alte die wir sehen müssen? Aus dem Chat mit dem Stilpiraten konnte man ja entnehmen, dass Deine Zukunft zu dem Zeitpunkt noch ungewiss war, hat sich da etwas getan?
Nunja, ich verstärke die Fotoshoots und probiere jede Woche mindestens 2 Shootings zu vereinbaren. So entwickeln sich meine Fähigkeiten weiter und ich kann noch eine Menge lernen. Natürlich halte ich die Augen offen. Wenn sich mir eine Festanstellung bietet, werde ich zuschlagen.
8. Planst Du gar nicht Deine Bilder oder Fähigkeiten über das Internet zu verkaufen? Irgendwie hört sich das falsch an
Klartext: Es findet sich auf Deinem Portfolio keine Möglichkeit Dich als Fotografen zu buchen, oder irgendwelche Deiner Werke zu kaufen. Wäre das keine Alternative oder Ergänzung zu einem regulären Job?
Ich biete ein paar meiner Werke bei FineArtPrints an. Leute, die Fotos von mir möchten, schreiben mich über alle möglichen Kanäle an. Mittlerweile ist auch Facebook relativ groß geworden und meine Fan-Page hilft mir dabei. Klar, könnte ich gerade auch mit Farbwolke, über textinterne Linkverkäufe, mehr Geld verdienen (Anfragen gibt es genug), aber das würde dem Blog die Seele nehmen.
9. Nenn uns bitte ein Buch, welches das Leben unserer Leser verändert! Egal ob Roman oder Sachbuch.
Rhonda Byrne – The Secret
10. Welche Frage hätten wir Dir unbedingt stellen sollen, die wir nicht gestellt haben?
Warum hast du ein neues gelbes Avatar Bild?
Durch die Recherche zu dem Artikel über Fineartprint.de war es schwer nicht über Ronny zu stolpern. Er ist einer der Topseller und sein Portfolio bleibt leicht in Erinnerung! Blog-Times ist sein Blog, das er seit 2009 neben seinem Portfolio betreibt. Ein Fotograf, der sich nicht nur über seine Bilder zu vermarktet und verschiedene Projekte an den Start gebracht hat- also perfekt für unsere Interview-Reihe.
1. Wer bist Du? Ein kurzer (Ab-)Satz über Dich und Dein Leben mit der Fotografie, für alle die dich nicht kennen!
Na dann möchte ich mich einmal vorstellen. Mein Name ist Ronny und Fotografieren ist mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung für mich. Wenn ich mich mal nicht mit Kamera und Stativ bepackt auf den Weg zu neuen Motiven mache, dann betreibe ich neben meiner eigenen Webseite noch den kleinen Fotografieblog „BlogTimes“.
Zur Fotografie bin ich eigentlich erst 2006 im Rahmen eines Auslandsaufenthalts in Frankreich gekommen. Zwar hatte ich schon in den späten Neunziger in die Fotografie reingeschnuppert, allerdings blieb es damals dabei. 2006 lernte ich im Rahmen eines Fotografiekurses die schwarzweiss Entwicklung kennen und durch Ihre Ausdrucksstärke schätzen. Obwohl die digitalen Spiegelreflexkameras zu dieser Zeit bereits gute Ergebnisse lieferten, blieb ich vorerst der analogen Fotografie treu. Ich kaufte mir eine Nikon F3 HP mit ein paar Festbrennweiten und ein komplettes S/W Labor.
Die digitale Welt der Fotografie hat mich dann doch schneller eingeholt, als ich wollte. Es lag nicht an meinen analogen Ergebnissen, die waren gut! Es war letzten Endes die Effektivität, die von DSLRs aus gehen. So kaufte ich mir 2008 meine erste DSLR. Es war eine Nikon D200, denn mit dieser Kamera konnte ich meinen anlogen Festbrennweiten weiter benutzen. Vor ca. 1 ½ Jahren tauschte ich sie gegen meine aktuelle Kamera, eine D300. Langfristig möchte ich zum Vollformat wechseln, aber ob ich bei Nikon bleibe…
2. Wo siehst Du Dich als Fotograf: Künstler oder Handwerker?
Ich sehe mich weder als Künstler noch als Handwerker. Zum einen sehe ich meine Aufnahmen nicht unbedingt als künstlerisch und zum anderen nicht handwerklich an. Es kann vielleicht darin liegen, dass sich in meinen Augen die Grenze zwischen Künstler und Handwerke nicht eindeutig definiert. Deshalb sage ich hier, dass müssen andere entscheiden.
3. Welche Rolle spielt das Bloggen in Deinem Leben?
Das Bloggen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch – nach meinem Empfinden manchmal zu viel. Anfangs war es eigentlich nur dazu gedacht, meine eigenen Aufnahmen bekannter zu machen. Mittlerweile sehe ich es aber als zweites Standbein neben der Fotografie. BlogTimes ist gerade mal etwas mehr als 1 Jahr alt, mein Hauptziel ist, neben interessanten News rund ums Thema Fotografie und der Vorstellung anderen Fotografen, die Möglichkeit Testberichte zu schreiben. Für einen Grafiktablett-Hersteller mache ich das bereits. Das ist aber, so hoffe ich, nur der Anfang. Alles in allem kann man sagen, dass Bloggen neben der Fotografie auch eine wichtige Rolle einnimmt.
4. Auf Deinem Blog gab es Wettbewerbe, die viele Leser zum teilnehmen anregt haben, wie sind Deine Erfahrungen damit und hast Du wieder welche geplant?
Zur Zeit läuft die letzte Runde meines aktuellen Fotografiewettbewerbs. Die TOP 40 Aufnahmen der Finalisten findet Ihr auf meinem Blog. Ja, stimmt! Tatsächlich hatte ich mit sehr viel weniger Teilnehmern gerechnet. Fast 180 Aufnahmen wurden zum Thema Städte- und Landschaftsfotografie eingereicht und viele hatten ein hohes Qualitätsniveau.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Fotowettbewerbe nur durch attraktive Preise Teilnehmer anlocken. Doch das ist nicht alles, auch transparente Teilnahmebedingungen tragen zum Erfolg eines Wettbewerbs bei. Das Urheberrecht muss gewahrt bleiben, die Aufnahmen dürfen nicht bei unzähligen Marketing-Aktionen verwendet werden, usw.
Natürlich sind auch weiterhin Fotografiewettbewerbe geplant, dass hängt aber von vielen Faktoren ab. Der wichtigste Punkt sind Sponsoren für den Wettbewerb. Ich kann gar nicht sagen, wie viel Anfragen ich für den jetzigen verschickt habe – es waren unzählige.
5. Machst Du auch Auftragsarbeiten oder arbeitest Du nur für Dich selbst?
In Moment arbeite ich nur für mich selbst. Auftragsarbeiten sind aber langfristig geplant, denn nur durch diese lässt sich Geld verdienen.
6. Du scheinst Deinen Schwerpunkt auf Fotos ohne Menschen zu legen, also Architektur, Natur, Stillleben, wie ist es dazu gekommen?
Zum einen kenne ich nicht so viele Menschen, die sich gerne auf Fotos sehen und zum anderen spielt für mich das Fotorecht eine große Rolle. Stichpunkt: Streetfotografie! Es gibt soviel Momente auf der Strasse, die man festhalten könnte – allerdings ist mir das einfach zu umständlich andauernd um Erlaubnis zu fragen, zumal das gerade bei Spontanaufnahmen nicht möglich wäre. Aus diesem Grund und wie man auf meinen Photoblog sehen kann, habe ich den Schwerpunkt auf andere Foto-Genres gelegt.
7. Wie sieht dein Arbeitsprozess aus? Hast du einen bestimmten Workflow? Wie ist das Verhältnis von Aufnahme zu “Dunkelkammer”, also der aktiven Nachbearbeitung am Rechner? Was für Programme benutzt Du?
Mein „Arbeitsfluss“ sieht wie folgt aus. Alle Aufnahmen werden natürlich in RAW fotografiert, dann in Lightroom für eine erste Sichtung importiert, sortiert und anschließend mit Photoshop weiter verarbeitet. Die aktive Nachbearbeitung beschränkt sich nur auf wenige Veränderungen wie Farbe, Kontrast, Gradation, Schärfen und den Beschnitt. Das wars schon.
8. Ich bin das erste mal bewußt über Deine Arbeiten bei der Recherche zu einem Artikel über die Verdienstmöglichkeiten bei Fineartprint gestolpert. Bei Fineartprint findet man oft künstlerische Fotos, die mit Leidenschaft aufgenommen sind. Was ist im Vergleich dazu Deine Meinung zur Stockfotografie?
Das ist ja interessant! Deine Recherche-Begriffe würden mich mal interessieren? [Anmerkung der Redaktion: Die Top-Seller Liste auf fineartprint.]
Nun zu Deiner Frage. Meine Meinung über Stockfotografie – würde ich nie machen. Das hat doch rein gar nichts mit Kreativität zu tun. Die große Masse der über 1 Milliarde Bilder würde sich doch niemand bewusst anschauen. Anfangs konnte man sicherlich den einen oder anderen Euro damit verdienen, aber aufgrund der Vielzahl von Bildern ist das auch vorbei. Ich kann der Stockfotografie nichts abgewinnen.
9. Wie man an deinem Blog sieht, versuchst Du Deine kreativen, eigenen Arbeiten zu vermarkten (Werbung auf Deinem Blog/Verkauf Deiner Bilder an verschiedenen Stelle, etc.). Welche Kanäle sind für Dich die Erfolgsversprechenden und würdest Du anderen Fotografen empfehlen?
Wenn ich die wüsste, würde ich es Dir sagen! Nein, mal im Ernst; es ist nicht einfach und braucht sehr lange. Ein Tipp gebe ich Euch. Man muss „Klingen putzen“ gehen, denn nur durch aktive Eigenvermarktung kann man seine eigenen Werke bekannter machen und sie am Ende gewinnbringend verkaufen. Hierbei ist es egal, ob es sich zum Beispiel um Galerien oder Fotowettbewerbe handelt. Alles zählt.
10. Was sind Deine aktuellen Projekte, was hast Du für die Zukunft geplant?
Mein aktuellstes Projekt ist Photowalking Hamburg (PWH). Es handelt sich um eine Plattform für Fotografie-interessierte Menschen in und um Hamburg, deren Ziel das gemeinschaftliche Fotografieerlebnis ist.
Sehr oft sieht man Fotografen, egal ob Amateur und Profi, auf der Suche nach Motiven alleine durch die Strassen ziehen. Das muss nicht sein – Warum also nicht in der Gruppe mit ebenso Fotobegeisterten fotografieren? Neben Spass und dem Kennen lernen weiterer Menschen kann man Erfahrungen, Kenntnisse in der Fotografie austauschen und weitergeben. Jeder einzelne in der Gruppe sieht das Motiv in einem anderen Blickwinkel. Somit lassen sich Kameraeinstellungen, Standorte, Perspektiven usw… besprechen und die eigenen fotografischen Fähigkeiten verbessern.
Weitere Ideen für zukünftige Projekte habe ich genug, nur gestaltet sich die Umsetzung manchmal sehr viel schwieriger. An dieser Stelle würde ich Euch allerdings um Nachsicht bitten, dass ich diese Projekte noch nicht verraten kann, denn gerade rund um das Thema Fotografie ist der Ideemarkt heiß umkämpft.
11. Nenn uns ein Buch, welches das Leben unserer Leser verändern wird!
Es trägt den Titel „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Ich bin der Meinung, dass jeder Einzelne von uns etwas erreichen kann, man muss nur hart dafür kämpfen.
12. Was ist die Frage, die wir Dir hätten stellen sollen? (Und am besten noch die Antwort darauf
)
Die Frage, wo ich mich in 10 Jahren sehe. Meine Antwort darauf wäre, dass man mich anhand meiner Fotografien erkennt. Mal sehen, obs klappt.
Vielen Dank für Deine Zeit und viel Glück mit Deinen zukünftigen Projekten!
Ich danke für das Interview, hat es mich doch zum Nachdenken angeregt.
