Jede DSLR braucht Objektive, ansonsten sollte der Fotograf lieber zu einer Kompakt- oder Bridgekamera greifen. Eine typische Frage die ein erfahrener Fotograf zu hören kriegt ist: “Was ist denn Dein Lieblingsobjektiv?” Worauf der Fotograf antwortet: “Kommt auf die Situation an.”
Was sind Festbrennweiten?
Festbrennweiten sind Objektive, die über keinen Zoom verfügen. Im Vergleich zum Zoomobjektiv ist eine Festbrennweite meistens kostengünstiger in der Entwicklung und Herstellung, desweiteren haben Festbrennweiten oft eine bessere Abbildungsqualität und höhere Lichtstärke als Zoomobjektive.
Verschiedene Festbrennweiten findet man bei:
- sogenannten Normalobjektiven
- Fischaugenobjektiven
- Makroobjektiven
Kostengünstige Einsteiger Festbrennweite: Normalobjektiv
Für digitale Spiegelreflexkameras jenseits des Vollformats [siehe Kommentar von Dogwatcher] sind 50mm Objektive, solange Sie nicht als Makroobjektive verkauft werden, die Normalobjektive. Je nach Preisklasse schwanken die Blendenwerte von 1.2 bis 1.8, was für die Lichtstärke des kleinen Objektivs spricht. Hierbei ist zu beachten, dass je niedriger die Zahl ausfällt, umso teurer ist das Objektiv. Die 1.8er Objektive bekommt man schon in den hundert Euro Regionen, was für ein Objektiv mit solch einer Abbildungsqualität ein Schnäppchen ist. Die Schärfe bei den meisten 50mm Objektiven ist außerordentlich und wird von nur wenigen, meist sehr sehr teuren, Objektiven eingeholt.
Für welche Bereiche sind diese Normalobjektive besonders geeignet? Diese Objektive sind ideal für Portraits mit einem schönen Bokeh im Hintergrund. Bokeh ist neujapanisch und beschreibt einfach die unscharfen Verzeichnungen in den unscharfen Bereichen des Bildes. Allgemein lassen sich, nach kurzer Einarbeitungszeit, Bilder sehr aktiv gestalten. Das Normalobjektiv erzieht den Fotografen nämlich zu einer sehr guten Eigenschaft: Bewegung. Der Standort muss immer anzupasst werden, um ein möglichst perfekten Bildausschnitt zu gestalten, es gibt ja schließlich kein Zoom um etwas nah heran zu holen.
Warum in drei Teufels-Namen sollte man sich jetzt nicht direkt eine 1.4er Linse holen? Weil Sie extrem teuer ist. Weil die Bildqualität nicht unbedingt besser sein muss, ja sie kann sogar schlechter sein. Für einen Einsteiger ist ein 1.8er optimal, da es noch dazu etwas Übung erfordert, den richtigen Schärfebereich zu finden, der beim 1.4er noch extremer ist. Und, naja vorallem das Preis-Leistungs Verhältnis sprechen gegen ein 1.4er. Vielleicht auch nur der Neid für manch eines Fotografens Portokasse
Makroobjektive
Die Bildqualität von Makroobjektiven ist bei einer Festbrennweite meist wesentlich besser als bei einem vergleichbaren Vario, allerdings sind solche Objektive nicht günstig und nicht so flexibel wie ein Zoomobjektiv mit eingebautem Makro. Auch wenn solch ein Varioobjektiv nicht an die Abbildungsqualität von einem speziellen Makroobjektiv herankommt, rechtfertig sich eine Anschaffung erst, wenn man sich auf die Makrofotografie spezialisiert. Dann hingegen führt fast kein Weg an einem 100mm oder sogar 150mm Objektiv vorbei.
Fischaugenobjektive
Selbst wenn Canon vor kurzer Zeit das erste Variofischauge auf den Markt gebracht hat, haben diese lustigen Objektive normalerweise eine Festbrennweite. Mit einem Blickwinkel von über 180° und wunderbar fischigen Verzerrungen sind sie der Traum von vielen Fotografen, wäre es nur nicht so schwer gute Fischaugenobjektive zu einem anständigen Preis zu bekommen. Die meisten günstigen Fischaugenobjektive haben meist leider viele Schwächen, sei es in der Lichtstärke oder in der Abbildungsqualität. Fischaugenobjektive eignen sich super für Portraits, Architektur und Naturaufnahmen, genauso wie für Sport und Action Fotos. Allerdings muss man erst eine Liebe für die doch sehr eigenständigen Linien entwickeln.
Fazit
Einsteiger mit einem kleinen Budget sollte sich gut überlegen was für eine Festbrennweite sie kaufen. Da sich viele Anfänger auf Blumenfotos und Makroshots spezialisiert haben, kann ein Makroobjektiv die richtige Wahl sein. Den meisten anderen wird ein 50mm Normalobjektiv mehr Freude bereiten, da diese Objektive ideal für Portraits sind und durch ihre hervorragende Bildqualität zu einem günstigen Preis bestechen.

Aber nicht vergessen, für den günstigen Preis, der 50er 1.8, bekommt man auch eine dementsprechende Verarbeitung!
Diese Objektive sind einfach aus billigsten Polykarbonat zusammen gesteckte Joghurtbecher.
Und die optische Qualität ist nur deshalb gut, weil die Anordnung und die Qualität der Linsen sehr einfach ist, und die optischen Rechnungen seit ca. 50 Jahren immer gleich ist.
Die Verarbeitung ist oft Glückssache, bei meinem Minolta 1.7 soll es ja auch vereinzelt zu Verharzungen kommen. Trotzdem macht es extrem gute Bilder, und das ist worauf es mir ankommt. In der Preisregion findet man eigentlich kein anderes Objektiv, das so gestochen scharfe Bilder machen kann wie ein 50mm 1.8. Klar, kommt die Verarbeitung nicht an ein Objektiv für 1.400€, oder auch 700€ ran, aber für ein Vierzentel bzw. Siebtel des Preises, was will der Käufer erwarten? Für ein schmales Budget ist es eine super Linse
Immer noch besser als sich selbst ein Objektiv aus Joghurtbechern zu basteln
Wie darf ich “jenseits des Vollformats” interpretieren?
Für APS-C ist ja eigentlich eher 35mm das “Normalobjektiv”… nur halt nicht in so rauhen Mengen verfügbar wie die 50er.
Das 50er ist aber für APS-C eine absolut Sahne-Portraitlinse und für andere Schüsse mit leichtem Tele-Touch eine absolute Empfehlung!
Um mal wieder über den allgegenwärtigen Canon- und Nikon-Horizont hinauszublicken: Für Pentax – Kameras bietet sich ein altes, manuelles 50er der A-Reihe (damit kann man auch noch gut blitzen und die Bedienung ist “normal” über die Kamera möglich, halt wie ein modernes Objektiv halt nur ohne Autofokus) oder M-Reihe (etwas umständlicher, aber aus Vollmetall gefertig, haptisch ein Traum und etwas günstiger) gebraucht zu erwerben.
Die Dinger gibt es laufend auf eBay und den Gebrauchtbörsen der Foren.
Ist auch notwendig, von Pentax selber gibt es leider kein günstiges 50er als Festbrennweite.. also seid froh, dass ihr bei Canon den günstigen “Joghurtbecher” habt. Wir haben nur teure Alternativen……
Sehr guter Einwand
Fülltext ist nie gut.