Den richtigen Fokus finden

Foto von Chris Dlugosz

Den richtigen Fokus finden

 |  by  |  philosophie  | 

Als Fotograf verbringt man ja glücklicherweise viel Zeit mit Menschen, oder zumindest in der Natur, naja außer man ist Food-Designer oder so ein Kram ;) Die Zeit mit kreativem Werkeln zu nutzen ist uns Fotografen mit dem Job geschenkt worden, quasi kauf einen nimm zwei. Wenn es dann aber zum Post-Processing geht muss man ja zwangsläufig an den Rechner und das Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl starten. Man kann seine Fotos noch so schön fokussieren, wenn es erst einmal an den Rechner geht wird das Motiv oft unscharf.

Workflow am PC

Wer kennt das nicht? Während das Programm startet kann man dann ja auch eben mal kurz Twitter besuchen, auf seinen Lieblingsblogs schauen was abgeht, einmal kurz ein paar tumblr Seiten anschauen und zack: 2 Stunden sind weg. Vielleicht auch nur 15 Minuten. Die Chance ist auf jeden Fall hoch, dass man anstatt an seinen geliebten Projekten arbeitet nichts macht. Zumindest nichts, was einen höheren Nährwert hat. Wenn es ganz schlimm wird fängt man an sich Social Media Expert zu nennen und seine Verschieber Social Networking Fähigkeiten an Unternehmen zu verkaufen. Aber wir sind und bleiben ja Fotografen! Also ein bisschen Ablenkung hier und da ist ja schön und gut, aber wir wollen uns nicht in den Untiefen des Internets verlieren.

Der private Überwachungsstaat

Es gibt unglaublich viele Blogs die sich mit der Optimierung des Workflows beschäftigen. Vorallem Freelancer und andere 1 Mann Unternehmen, die ihre Aufträge und Jobs über das Internet abwickeln, laufen Gefahr sich in Nichtigkeiten zu verlieren. Glücklicherweise ist man mit dem Problem nicht alleine und kann sich auf das Internet verlassen, denn hier gibt es die Programme um seinen Medienkonsum zu überwachen. Je nachdem wie schwer die eigenen Abhängigkeit ist gibt es unterschiedlich starke Interventionen.

  1. Modell 1 – Selbstkontrolle
    Die Dokumentation vom Verhalten ist der erste Schritt sich darüber bewusst zu werden, was man den ganzen Tag vor dem Computer macht und bei welchen Aufgaben man am meisten Zeit verbraucht. Dann kann man selbst die nötigen Schritte machen um nicht wieder jeden Tag die gleichen traurigen Statistiken zu sehen, die einem die Tränen in die Augen treiben. Für diesen Zweck reicht die kostenlose Version von ManicTime, die das eigene Verhalten sehr gut in einem dreigeteilten Zeitstrahl dokumentiert. Der erste Zeitstrahl zeigt an ob der Rechner im Leerlauf ist, oder man Aktiv arbeitet, der zweite die Anwendungen in denen man sich befindet und der dritte an welchem Dokument gearbeitet wurde. Wenn man zum Abschweifen neigt ist es die ersten Male durchaus erschreckend, wie man zwischen den Programmen springt.
  2. Modell 2 – Externe Beschimpfungen
    Ein Programm, dass den Firefox Konsum detailliert kommentiert ist die Firefox Extension Rescuetime, die nicht nur anzeigt wie man seine Zeit beim surfen verbringt (sinnvoll / verschwendend), sondern diese auch dick und breit in der Fußzeile des Browsers anzeigt und dass dann auch noch mit den anderen Nutzer die das Plugin installiert haben vergleicht. Wenn man es eingeblendet lässt, sieht man immer ganz genau wieviel Zeit man im Internet verbracht hat, denn die Stoppuhr ist so groß, dass man sie fast nicht übersehen kann.
  3. Modell 3 – Auf die Finger hauen lassen
    Es gibt noch andere Programme, die bestimmte Webseiten für einen gewissen Zeitraum sperren. Nein, keine Kindersicherung, eine Produktivitätssicherung. Ein Programm, dass dies kann ist zum Beispiel Rescuetime, dass sich direkt mit seinem Google Account verknüpfen lässt. Datenschutztechnisch ist dieses Programm allerdings bedenklich, da die Informationen in einem Account gespeichert werden. Leichter sind allerdings Browser Plugins, die nur einen begrenzten Zugriff auf Internetseiten zulassen, die man als Zeitfresser definiert.
    Leech Block [Firefox]
    Chrome Nanny [Chrome]

Ablenkungen reduzieren.

Ablenkungen verändern das Gehirn auf eine bisher noch nicht genauer definierte Weise. Vorallem ist nicht genau bekannt warum das Arbeitsgedächtnis durch unseren konstanten Medienkonsum verschlechtert wird. Den Fokus zu finden ist für jeden Fotografen von größtem Interesse, egal ob hinter der Kamera oder vor dem Rechner.


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