Lernen als Fotograf
Viele Fotografen werden nicht müde nach Tipps zu suchen, wie man besser fotografieren kann. Natürlich ist dies nicht falsch, sie sollten trotzdem mehr fotografieren als lesen. Malcolm Gladwell stellte vor nicht allzu langer Zeit in seinem Buch Überflieger die These auf, dass man 10.000 Stunden braucht um etwas perfekt zu lernen. Pareto hingegen vertritt die These das 20% immer 80% von etwas ausmachen, sei es die Verteilung von Reichtum, der Wortschatz um eine Sprache zu sprechen, oder was auch immer. Schlimmer wird es hier noch, wenn man sich dieses Prinzip in Kombination mit Fossilierung anschaut.
Fossilierung als Fotograf
Fossilierung ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Stagnation in einem Prozess, insbesondere beim Spracherwerb. Genau der Punkt an dem man sosolala zurecht kommt, aber die Sprache nicht wirklich gut spricht. Besser wird man nur, wenn man es will, wenn die Notwendigkeit des besser werdens gesehen wird, wie z.B. wenn man einen Partner hat der diese Sprache spricht. Dies bedeutet Reflexion, Nachdenken und Lernen. Wie lernt man? Am besten bei Doing wie sich so schön sagt. Mehr als 3 Fotobücher braucht man eigentlich nicht lesen, sie geben einem nur ein gutes Gefühl sich mit seinem Hobby zu beschäftigen. Fotokurse sind immer ein guter Weg um mit einem Mentor neue Dinge zu lernen. Videotraining ist auch nicht schlecht. Aber vorallem braucht man Mut. Man muss den Mut haben schlechtere Bilder zu machen. Zu experimentieren, ja gar zu versagen! Und aus diesen Fehlern muss man? Ja, richtig erfasst: lernen. Fehler machen ist gut, solange man reflektiert und etwas von ihnen hat. Denn nur so lernt man. Wenn man alles perfekt kann hat man oft einen großen Vorsprung, aber der besteht nicht ewig, denn das rastlose Nichtverstehen eines langsamen Lerners treibt an.
Lernen ist Sport
An der Khan Academy lässt sich dies gut an den Naturwissenschaften sehen, denn dort sind die Lerner, die anfangs länger brauchen um etwas zu verstehen meist die, die später bessere Ergebnisse haben. Nicht wie in der Schule, in der es nur Momentaufnahmen gibt. Professor Tae, den Ihr oben in dem Video sehen könnt, gibt das schöne Beispiel, dass natürliches Lernen viel mit Skateboardfahren gemein hat. Man fällt immer wieder hin, versucht es aber trotzdem und irgendwann steht man den Trick. Würde ein Fotoappart nicht von Anfang an relativ gute Bilder machen, wäre es viel leichter zu lernen, denn man sähe die Notwendigkeit. So bleibt es nur den langsamen Lernen, oder den Glückspilzen die sich trotz erster guter Bilder weiterentwickeln, sich in der Fotografie so lange zu verbessern, bis man wirklich gelernt hat zu fotografieren.
