Die geborene New Yorkerin Vivian Meyer wuchs in Frankreich auf und arbeitete ihr Leben lang als Kindermädchen in New York und Chicago. Soweit noch nicht sehr spannend, außer man ist Marry Poppins Fan. Der Clou ist, dass Sie nebenbei ein Untergrundleben führte, auf das Henri Cartier-Bresson stolz sein könnte: Streetfotografin. In über 40 Jahren schoß sie, unbemerkt von Öffentlichkeit & Starrummel, über 100.000 Fotos, wohlgemerkt auf Film. So entstanden die für Streetfotografie typischen schwarz/weiss Fotografien, mit Situationskomik, WTF? Momenten und viel Emotion, die, auf eine natürliche Weise, das Leben in New York & Chicago ab 1950 bis in die 2000er festhielten. Ihre Arbeitgeber wussten zwar von ihren fotografischen Streifzügen, kannten aber nicht ihre Fotografien, die von ihr in Boxen gesammelt wurden. 2009 starb Vivian Maier im Alter von 83 Jahren.
Vivian Meyer’s Entdeckung
Eine Box ihres fotografischer Nachlass wurde 2007 von John Maloof, der an einem Buch über Chicago schrieb, auf einer Auktion in Chicago ersteigert. Nach der Entdeckung seines Fundes machte sich dieser auf die Suche nach der Fotografin um “Sie zu fragen wie man so gut fotografieren lernt”. Fündig wurde er erst nachdem er auch die weiteren, bei der Autkion versteigerten, Kisten erwarb und in einer ihren Namen fand. Leider zu spät, da der einzige Beitrag den er zu ihrem Leben bis zu diesem Zeitpunkt fand ihre Todesanzeige war. Nach weiteren Recherchen besuchte er ihre alten, noch lebenden, Arbeitgeber und machte sich daran ihr Lebenswerk zu archivieren und zu katalogisieren um es in der Öffentlichkeit zu präsentieren, ob dies allerdings mit den Wünschen der verstorbenen Frau Meyer konform gehen würde, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Wenn man bedenkt das ihre Bilder in Boxen gesammelt wurden, und zum Teil noch nicht mal in Entwickler getaucht waren, ist dies eine unerwartete Wende. So kommt Frau Meyer, die als Nanny stehts die Öffentlichkeit mied, zu Ausstellungen in London, Hamburg und vielen weiteren Städten. Auf der offiziellen Website finden sich weitere interessante Informationen über Ihr Leben und Werk. So schließen wir diesen Artikel mit dem letzten Satz von der offiziellen Vivian Meyer Seite: “Now, with roughly 90% of her archive reconstructed, Vivian’s work is part of a renaissance in interest in the art of Street Photography.” Passende Worte, schnappt Euch ne Kamera und raus auf die Straße, es geht nicht um Fame, sondern um gute Fotos und Passion, ich glaube da würde Frau Meyer uns zustimmen.
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